Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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denn ſie machte ihn auf die Gefahr aufmerkſam und gab ihm faſt Zeit, dieſelbe zu beſeitigen. Nach einigen Minuten des Nachdenkens antwortete er ſeinem Vetter, indem er die herzlichſte Theilnahme äußerte und ihm die Hand drückte:

— „Ihr Vertrauen zu mir ſoll gerechtfertigt werden, lieber Ewen, lieber Freund, laſſen Sie mich ſagen; ſolche Mittheilun⸗ gen macht man nur dem Freunde.“

„Ich habe mich alſo nicht getäuſcht“, entgegnete Cwen, indem er ſeinerſeits die Hand Montal's mit Innigkeit drückte.

— „Sie fragen mich um Rath““, antwortete dieſer, „und ich werde Ihnen unumwunden antworten. Ihr erſtes Mittel, die Erzählung von Ihrer idealen Liebe und das Abenteuer von dem Portrait werden, fürchte ich, einem Geſchäftsmanne wie Dunoyer etwas ungewöhnlich und romanhaft vorkommen. Die Vorlegung Ihres Vermögenszuſtandes würde ihm jedenfalls beſſer gefallen.“

„Und würde auch ſeine Tochter ebenſo unempfänglich, wie ihr Vater, für dieſe allerdings romanhafte Liebe ſein, der aber das Romanhafte nichts von ihrer Aufrichtigkeit und Innigkeit entzieht?“

— „Ich kenne Fräulein Dunoyer nicht genau, lieber Vetter, doch glaube ich, daß ſie etwas von dem Geiſte und dem Charakter ihres Vaters beſitzt.“

„Sie! — mit ihrem weichen melancholiſchen Blicke, mit ii rührenden Stimme? Das iſt nicht möglich“, entgegnete

wen.

kenne; es iſt möglich, daß ich mich irre. In Bezug auf ihren Vater aber bin ich meiner Sache gewiß. Glauben Sie mir alſo, beſchränken Sie ſich darauf, einfach um ihre Hand anzu⸗ halten, und ich werde mit Vergnügen Ihr Dolmetſcher bei Herrn Dunoyer ſein.“

„Sie ſind ſehr freundlich und gütig!““ rief Ewen mit inni⸗ ger Dankbarkeit. „Mein Schickſal wird alſo nun unwiderruf⸗ lich entſchieden werden. Ach, gewiß bin ich nicht ſo glücklich, meine Wünſche zu erreichen; es wäre zu viel. Warum ſollte ich ſo ſehr glücklich ſein?“

— „Um das Glück zu genießen, lieber Vetter. Ernſtlich, Sie dürfen nicht ſo muthlos ſein; wenn ich Ihnen auch nicht

— „Ich wiederhole, daß ich Fräulein Thereſe zu wenig