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„Fahren Sie fort; Sie glauben nicht, wie ſehr dieſe Er⸗ zählung mich intereſſirt.“
Ker⸗Ellio ſtrich mit der Hand über ſeine brennende Stirn und fuhr dann leiſer fort:
— „ — als ich Fräulein Thereſe Dunoher ſah.“
„Nun, Vetter?“
— „Nun? Sie gleicht dem erwähnten Bilde auf das Auffallendſte.“
Cwen ſah ſeinen Vetter mit ängſtlicher Spannung an.
Man erinnert ſich vielleicht, daß Montal auch ein Portrait ſeiner Urgroßmutter beſaß, jener dämoniſchen Frau, die, wie man ſagte, ſchreckliches Unglück über die Familie Ker⸗Ellio ge⸗ bracht hatte.
Trotz dieſer Erinnerung, trotz der Unruhe, in die ihn die Liebe Ewen's verſetzen konnte, verrieth Montal ſeine Aufregung nicht, ſondern antwortete lächelnd:
Ich verſtehe oder vielmehr ich errathe: Sie lieben Fräu⸗ lein Dunoyer. Aber haben Sie ſich wirklich, lieber Vetter, blos wegen dieſer außerordentlichen Aehnlichkeit in eine junge Dame verliebt, die Sie zum erſten Male ſahen?“
— „Ich bin überzeugt, ich möchte ſagen, ich weiß, daß
Fräulein Dunoyer den Geiſt, die Eigenſchaften, die Tugenden
beſitzt, die ich ihr zuſchreibe. Ich ſche meinen Traum verwirk⸗ licht, ich fühle es.“
„Ich wünſche es um Ihretwillen und wegen Fräulein
Dunoher; aber was kann ich dabei —2“ ch ſtand zwanzig Male auf dem Punkte, zu Dunoyer zu gehen und ihn um die Hand ſeiner Tochter zu bitten.“
Montal blieb ganz ruhig und fragte:
„Und was hinderte Sie daran, Vetter?“
— „Das große Vermögen des Herrn Dunoyer und die außerordentliche Schönheit ſeiner Jochter“, antwortete Ewen mit Muthloſigkeit. „Bis jetzt konnte ich mich nicht zu einem Schritte entſchließen, den man ohne Zweifel der Habſucht oder einer lächerlichen Anmaßung zuſchreiben würde; aber in dieſem Augenblicke beherrſcht mich dieſe unſelige Leidenſchaft dermaßen, daß ich einen verzweifelten Schritt wage auf die Gefahr hin, für
den albernſten oder anmaßlichſten Menſchen gehalten zu werden,


