Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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kannte ſie ja, ſo zu ſagen, ſchon ſo lange, daß dieſes einmalige Sehen ſeine Liebe bis zur heftigſten Leidenſchaft ſteigerte. Am zweiten Tage ſtand er auf dem Punkte, wieder zu dem Banquier zu gehen, aber ſeine Blödigkeit hielt ihn zurück, denn er fürch⸗ tete, ſeine Gefühle nicht beherrſchen zu können und ſich lächer⸗ lich zu machen; er nahm ſich alſo vor, zu warten, bis er wieder ruhiger geworden.

Das geſchah nicht. Seine L zu Thereſen machte viel⸗ mehr täglich neue Fortſchritte; es war dieſelbe begeiſterte Auf⸗ regung, die ihn in ſeiner Einſamkeit gequält hatte, nur auf eine greifbare Wirklichkeit gerichtet.

Da er allein war und keinen Freund hatte, ſo verbrachte der Baron von Ker⸗Ellio ganze Tage in ſeinem düſtern Stübchen in der Rue Montmartre und vermochte keinen der Pläne feſtzu⸗ halten, die in ſeinem Kopfe ſich bildeten. Mehrmals war er zu Montal gegangen, zu welchem er ſich hingezogen fühlte, aber zu ſeinem großen Bedauern hatte man ihm immer geſagt, der Graf ſei nicht zugegen. Weil er das freundſchaftliche Verhältniß kannte, in welchem ſein Vetter mit dem Bangquier ſtand, ſo rechnete er viel, wenn auch nicht auf die Unterſtützung, ſo doch auf den Rath Montals bei gewiſſen entſcheidenden Schritten, die er zu thun entſchloſſen war.

Eines Tages traf er endlich, glücklicher als gewöhnlich, Herrn von Montal zu Hauſe.

Man ließ ihn eintreten.

Der Pen⸗kan⸗guer war bleicher, trauriger, muthloſer, als er es geweſen, da ihn der Abbé von Kerouellan nöthigte, Treff⸗ Hartlog zu verlaſſen und nach Paris zu reiſen.

Montal hatte ſeinen Vetter ſeit dem Diner bei Herrn Du⸗ noyer nicht wiedergeſchen, und es fiel ihm die Veränderung in den Zügen des Barons ſogleich auf.

Was iſt Ihnen, lieber Vetter? fragte er.Sind Sie ernſtlich krank geweſen?

Nein, antwortete Ewen finſter,ich war nur ein

wenig unpäßlich. Ich fand mich mehrmals hier ein, um Ihnen

einen Beſuch zu machen, aber man ſagte mir immer, Sie wären nicht zugegen. 6*