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Betragen der Frau von Beauregard, die keck genug war, wie⸗ der in Geſellſchaften zu erſcheinen, ihr Recht widerfahren laſſen.“
— „Wie ſo?“ fragte Heloiſe.
„Vor einigen Tagen, noch vor der Trauer der Marquiſe, befand ich mich Abends bei der Herzogin von Noirmont; die Frau von Beauregard trat ein, begrüßte höchſt unerſchrocken die Herzogin und ſetzte ſich ſodann neben zwei Damen nieder, welche alsbald unwillig aufſtanden. Die Marquiſe wählte ebenfalls einen andern Platz, aber auch da ſtanden ihre Nachbarinnen ſo⸗ gleich auf. Nach einer allgemeinen Stille von etwa zwanzig Minuten entfernte ſich die Frau von Beauregard, ohne auch nur mit den Wimpern zu zucken.“
— „Sie hätte vor Scham müſſen in die Erde ſinken“, bemerkte Madame Heloiſe.
„O, die kleine Marquiſe kann in dieſem Punkte viel er⸗ tragen“, entgegnete Herr von Montal.
Das Geſpräch wandte ſich auf einen andern Gegen⸗ ſtand.
Trotz der Verwandtſchaft, trotz der Freundſchaft, die zwi⸗ ſchen ihm und Ewen beſtand, begann Montal den Baron zu necken, um ſich Thereſen in einem neuen Lichte zu zeigen. Dem Grafen kam dabei die Zerſtreutheit des Herrn von Ker⸗Ellio ſehr zu ſtatten, der die Spöttereien ſeines Vetters nicht einmal bemerkte. Madame Heloiſe gehörte zu den Leuten, welche nie eine Gelegenheit verſäumen, ihren ſchlechten Geſchmack zu zeigen. Mit Hintanſetzung der erſten Regeln der Lebensart und ohne zu bedenken, daß ihre Töchter zugegen waren, wollte ſie auch Scherz mit dem Baron treiben. Da ſie ihn als Vendéer für fromm hielt, ſo begann ſie mit einer gottloſen albernen Redensart des ehemaligen Lberalismus und fragte ihn unter andern, ob ſich die Pfarrer in ſeiner Heimath hübſche Haushälterinnen aus⸗ ſuchten und ob ſie den Beichtſtuhl mit den ſchönen Beichtenden nicht etwas mißbrauchten.
Herr von Ker⸗Ellio hatte ſehr feſte und beſtimmte religiöſe Grundſätze; er war gewohnt, eine von ihren Kindern umgebene Mutter mit Ehrfurcht zu betrachten; die ſeltſamen Fragen der Madame Helviſe, die ihn aus ſeinem Sinnen weckten, verletzten ihn deshalb doppelt, und er antwortete trocken:


