Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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Ein Jeder thut mit ſeiner Ehre, was ihm beliebt.

Und wie glauben Sie, daß Sie in Zukunft in den Ge⸗ ſellſchaften werden aufgenommen werden?

Die Leute werden Ihrem Beiſpiele folgen; trennen Sie ſich von mir, ſo werden die Leute ſich auch von mir trennen.

Sie haben mich alſo nie geliebt, nie? fragte ſchmerzlich der Marquis, der ohne Uebergang zu dieſer Frage kam.

Dolores ſchwieg.

Warum wurden Sie dann meine Frau?

Ueber dem Wunſche, nach Paris zu kommen und in der großen Welt zu leben, vergaß ich die Ungleichheit unſers Alters.

Niemals hatte Beauregard daran gedacht, daß er fünf⸗ undzwanzig Jahre älter ſei, als ſeine Frau; die Gewohnheit des Sieges und ſeine übrigen Vorzüge hatten ihm, ſo zu ſagen, nie daran zu denken erlaubt, daß er altere und daß er ein alter Mann ſein würde, wenn Dolores erſt in den Frühling des Lebens einträte. Die jetzige Entdeckung war um ſo ſchrecklicher für einen Mann von Beauregard's Charakter, da ihn ſeine Frau darauf hinwies, die ihn in ſeiner Eiferſucht, in ſeiner Liebe und ſeinem Stolz ſo ſchmerzlich verwundet hatte.

Nichts iſt bei Vergnügungsmenſchen gewöhnlicher, als dieſes Vergeſſen des Altersverhältniſſes. Ein vierzigjähriger Mann kommt kaum jemals auf den Gedanken, daß ihn eine zwanzigjährige Frau für etwas mehr als reif halten könnte. Zwingt ihn dann aber einmal ein unvorhergeſehener Umſtand, Rechnung mit ſich zu halten, ſo wünſcht er mit eben ſoviel Neid als Bitterkeit die Jugend zurück, die Jugend, den unſchätzbaren Vortheil, von dem er ſich von Tag zu Tage mehr entfernt.

Die harten und trockenen Antworten ſeiner Frau warfen alle Berechnungen des Marquis um und brachten ihn in ein

es Labyrinth. er es zu einem ernſten Eclat kommen laſſen, nach⸗ dem er eine ſo große Sorgloſigkeit zur Schau getragen hatte? Sollte er dieſelbe Rolle weiter fortſpielen? Sollte er ſeine Frau zwingen, der Welt zu entſagen, und hoffen, ſie in der Einſam⸗

keit durch Aufmerkſamkeit zu beſſern Anſichten zurückzuführen?