Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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dem Augenblicke ſandte, als das unwürdige Betragen der Frau von Beauregard ſeine Wünſche faſt unmöglich machte.

Der Marquis wußte nicht, ob er Dolores den Brief leſen laſſen ſollte, den er ihr am Tage vorher geſchrieben hatte, als er erwartete, von dem Oberſt Koller erſchoſſen zu werden. Vielleicht fühlte die junge Frau, wenn ſie erfuhr, wie ſehr ſie geliebt werde, eine tiefere Reue. Sollte er ſie dagegen auf der andern Seite erfahren laſſen, welche Herrſchaft ſie über ihn gehabt, als ſie ein ſo unwürdiges Leben begonnen hatte?

In dieſer Ungewißheit zog es der Marquis vor, davon abzuſtehen, bis er geſehen, wie die Frau von Beauregard die ſchreckliche Entdeckung aufnehmen würde, die er ihr zu machen hatte, denn ſie kannte den Verrath ihres Kammermädchens noch nicht.

Trotz ſeiner Welt- und Frauenkenntniß wußte Beauregard nicht, welchem Umſtand er die verbrecheriſche Schwäche der Marquiſe zuſchreiben ſollte; ſie war ſo jung, ſie hatte ein ſo ehrlich⸗offenes Geſicht, ſie war ihm ſo ernſt, ſo züchtig erſchie⸗ nen, daß er nicht glauben konnte, alles dies ſei Lug und Trug und man könne in ſo jugendlichem Alter eine ſo vollendete Ver⸗ ſtellungskunſt beſitzen.

Auch dürfen wir nicht verſchweigen, daß (ihm ſelbſt viel⸗ leicht unbewußt) der Stolz des Marquis ſich gegen den Ge⸗ danken ſträubte, wie ein ganz gewöhnlicher Ehemann betrogen worden zu ſein. Er ſuchte nach ungewöhnlichen, geheimniß⸗ vollen Gründen des Benehmens ſeiner Frau, das indeß nur die Folge einer natürlichen Schlechtigkeit war. Entſchloſſen alſo, einen definitiven Beſchluß erſt nach der Erklärung ſeiner Frau zu faſſen, nahm er die Briefe des Kapitän Des Roches und des Herrn Labirinte und begab ſich zu der Marquiſe auf die Gefahr hin, den Schlaf derſelben durch dieſe niederſchmetternde Ent⸗ deckung zu unterbrechen.

Die Zimmer des Marquis waren der Sitte gemäß von denen ſeiner Frau weit abgelegen. Sie bewohnte den linken, er den rechten Flügel des Palaſtes. Mehrere große Säle trennten dieſe beiden Gebäude von einander. Der Mond goß ſein glänzendſtes Licht in dieſe großen Gemächer, als der Mar⸗ quis von Beauregard hindurchging, um zu der Wohnung ſeiner Frau zu gelangen. Er trat ſo leiſe ein, daß Dolores, die im