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„Ah!“ verſetzte der Fürſt,„abermals Ihr eiferſüch⸗ tiges Mißtranen!“
„Sie machen es ſich zur Aufgabe, daſſelbe zu recht⸗ fertigen, mein Herr; ich hoffte, das Alter werde Ihre Leidenſchaften beſänftigen, und die Scandale, deren ſchmäh⸗ licher Schauplatz die Villa Farneſe vor unſerer Verhei⸗ rathung geweſen war, werden ſich nicht erneuern... Ich befürchte, ich habe mich getäuſcht.“
Dieſe Vorwürfe der Prinzeſſin riefen plötzlich im Geiſte von Karl Maximilian die Erinnerung an die ſchöne Gräfin von Villetaneuſe zurück; er lächelte ſich ſelbſt mit einer gebeimen Befriedigung im Gedanken an dieſe glän⸗ zende Eroberung ſeines reiferen Alters zu; indeſſen wollte er es verſuchen, die bitteren Gefühle ſeiner Ge⸗ mahlin zu beſchwichtigen, als er wachſende Geräuſche un⸗ ter der Verſammlung ſich erheben hörte, und bei der röthlichen Helle der Fackeln, welche die hinten auf ſeinem Wagen ſtehenden Lackeien in den Fäuſten hielten, ſah der Fürſt in einer Entfernung von wenigen Schritten die an den Zugängen der Wachſtube zuſammengeſchaarte Menge vor einer Art von Bahre, getragen von zwei Frauen und bedeckt mit einem blutigen Leintuche, das eine menſch⸗ liche Form zeichnete, zurückſtrömen.. Bei dieſer Tragbahre ging langſam Fortuné in der Uniform der Nationalgarde.
Kark Maximilian erkannte den Goldſchmied nicht und wurde ſchmerzlich ergriffen von dieſer Stcene, welche an ſeinen Augen wie eine Leichenviſion beim Scheine der Fackeln vorüberging.
Dieſe Scheine und der Glanz der Livreen zogen die Aufmerkſamkeit von Fortuné Sanval auf die Ber⸗ line, in der ſich der Fürſt befand. Er erkennt ihn, ſtürzt, bleich, entſetzlich, hinzu, öffnet ungeſtüm den Wagen⸗ ſchlag, ergreift krampfhaft Karl Maximilian beim Arme und ruft mit einer drohenden Stimme:
„Auf die Kniee, mein Herr!„auf die Kniee!


