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das edelſte Geſchöpf!“ ſprach plötzlich eine ſo tief be⸗ wegte Stimme, daß ein allgemeines Stillſchweigen eintrat.
Alle Blicke wandten ſich nach einer dunklen Ecke der Wachſtube, wo bis dahin auf einem Feldbette, in ſeinen Mantek eingehüllt, Fortuné Sauval gelegen hatte. Er wollte wenigſtens die unſchuldigen Jahre des keuſchen, reinen Mädchens, das er ſo ſehr geliebt, vertheidigen; ſeine Gemüthserſchütterung, die Verſtörung in ſeinen Geſichtszügen, als er, halb in ſeinen Mantel drapirt, auf⸗ ſtand, die Achtung, die Zuneigung, die man allgemein für ihn hegte, die Bewunderung, die ſein Genie ein⸗ flößte, vermehrten noch das durch ſeine Worte erregte Intereſſe; dieſes Intereſſe verdoppelte ſich, als Fortuné Sauval, nachdem er ein paar Schritte gegen die um den Ofen verſammelten Nationalgardiſten gemacht hatte, beifügte:
„Ja, meine Herren, die Frau, von der Sie reden, war mit achtzehn Jahren das reinſte, das ſchönſte, das edelſte Weſen Nie war ein Mädchen beſſer von Ratur begabt. Die Güte des Herzens, die Zartheit der Gefühle, die Anmuth des Geiſtes erhöhten ihre bezaubernde Schön⸗ heit; erzogen in der Liebe zum Guten durch ehren⸗ werthe und geehrte, wegen ihrer Rechtſchaffenheit be⸗ kannte Eltern, die ſich durch die Arbeit bereichert hatten das war mit achtzehn Jahren Mademoiſelle Au⸗ relie Jouffroy.. die Tochter des Bruders meiner Mut⸗ ter, meine Herren.“
Es läßt ſich nicht beſchreiben, mit welchem Ausdrucke ſchmerzlicher Würde Fortuns dieſe letzten Worte ſprach, die ſeine Bande der Verwandtſchaft mit Frau von Villetaneuſe enthüllten. Ein peinlicher Eindruck laſtete auf der Verſammlung, und der Erzähler wandte ſich mit innigem Tone an Fortuné und ſagte zu ihm:
„Ah! Herr Sauval, glauben Sie mir, wenn ich hätte ahnen können, Sie ſeien ein Verwandter der frag⸗
Die Familie Jouffroy. M. 9


