121
reſt, was Du ſein ſollſt: die blinde Sklavin meines Willens... höre... ich würde Dich nicht ſchlagen
ich würde Dich nicht tödten.. ich würde Dich verlaſſen.“
„Das würdeſt Du nicht thun...
„Es wird mich Ueberwindung koſten. doch ich werde es thun, wenn Du mich dazu nöthigſt.“
„Angelo... Du wirſt eine Frau nicht verlaſſen, die ſich für Dich zu Grunde gerichtet... für immer zu Grunde gerichtet hat. Ich konnte auf die Nach⸗ ſicht und Liebe meiner Familie zählen.. Ich habe auf dieſe letzte Hoffnung verzichtet, um Dir nach Bor⸗ deaux zu folgen. Später hat ſich meine Schweſter er⸗ boten, meine Flucht aus dem Gefängniß zu erleichtern. Ich habe die Wahrſcheinlichkeit, einem entehrenden Ur⸗ theil zu entkommen, zurückgewieſen, weil ich Dein Lvos theilen wollte. Bei meinem Abgange aus dem Gefäng⸗ niß trugen mir endlich meine Verwandten abermals ihre Unterſtützung an ich habe ſie ausgeſchlagen. und ich erwartete Dich.. Du weißt, wo„ An⸗ gelo! Du wirſt mich nicht verlaſſen... Ich habe Dich auf der Welt, in dem Schlamme, in dem ich ebe.“
„Dann ſei die Frau, die ich brauche! und ich be⸗ halte Dich.. Das iſt mein lebhafteſter Wunſch.. ich habe es Dir geſagt; wenn nicht, ſo verlaſſe ich Dich, und dann iſt meine Wahl getroffen.“
„Welche Wahl?“
„Die einer andern Fran.“
„Von wem ſprichſt Du?“ murmelte Frau von Vil⸗ letaneuſe mit dumpfer Stimme.
Und bis dahin halb liegend am Fuße des Baumes, ſetzte ſie ſich langſam auf, ſchleuderte dem Galeerenſkla⸗ ven einen Blick wilder Eiferſucht zu und wiederholte mit drohendem Tone:
„Von wem ſprichſt Du?“


