Teil eines Werkes 
13. und 14. Bändchen (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

120

abe

„Sagteſt Du mir endlich nicht voll Angſt:„„Ich, falſche Banknoten ausgeben„ nein! nd als man bei Dir ein Päckchen davon im Hauſe der Ba⸗ tignolles fand, haſt Du da nicht keck Deine Mitſchuld zugeſtanden?“

„Das iſt wahr. doch iſt es nicht meine Schuld wenn der Mord mich erſchreckt.“

„Du wirſt Dich an den Mord wie an etwas An⸗ deres gewöhnen; nur der erſte Schritt koſtet Ueberwin⸗ dung Ich kenne Dich, darum liegt mir daran, Dich zu behalten. Und dann.. ſoll ich es Dir ſagen?“ fügte der Galeerenſtlave mit einem Ausdrucke wilder Leivenſchaft bei,„ich finde Dich noch ſchön, ich! im⸗ mer ſchön...

„Schweig, ſage mir das nicht! in dieſem Au⸗ genblick Du würdeſt machen, daß ich das Bischen Vernunft verlöre, das mir noch bleibt, um Deinen Blut⸗ worten zu widerſtehen.“

„Nein, weder Deine dreißig Jahre, noch das Ge⸗ fängniß haben Dich in meinen Augen verändert,“ fuhr der Galeerenſklave mit bebender Stimme fort, indem er mit ſeinem magnetiſchen, glühenden Blicke ſtarr dieſe Unglückliche anſchaute, die er bezauberte, wie die Schlange den Vogel bezaubert.„Ich wiederhole Dir, Du biſt immer dieſelbe in meinen Augen; es iſt ſeltſam, doch die Macht meiner Erinnerungen iſt ſo lebhaft, daß ich beſtändig in Dir die anbetungswürdige, blendende Gräfin d'Arcenil von der Villa Farneſe ſehe; dieſe Vi⸗ ſion verfolgte mich im Bagno während meiner ſchlafloſen Nächte. Deine Gegenwart erinnert mich, wird mich im⸗ mer erinnern an die einzige Liebe und die ſchönſte Zeit meines Lebens.“

„Wenn ich Dich ſo ſprechen höre, Angelo, kenne ich mich nicht mehr, gehöre ich nicht mehr mir.“

„Mir gehörſt Du, und wenn Du fortan nicht wä⸗