19
Herr; ſie iſt nun auf das Pflaſter geſetzt; Sie hat viele Schulden; ſie iſt mir den Lohn von drei Monaten ſchul⸗ dig. Ich ſage das nicht aus Intereſſe, denn Madame iſt ſehr gut; nur ihre Mutter brummt unabläſſig, weil kein Tag vergeht, ohne daß Gläubiger hier entſetzliche Scenen machen, und ſie wußten doch, daß Herr Badineau Mittel hatte, und...
„Aber wie hatte Ihre Gebieterin, ſo ſchwer ver⸗ wundet, den Muth, die Kraft, auszugehen?“
„Das iſt wieder eine andere Geſchichte: Herr Ba⸗ dineau war ſo eben wüthend weggegangen, da klingelte man. Ich öffne, ich ſehe einen jungen Mann. aber ſchön.. aber ſchön... und dabei ſo elegant ge⸗ kleidet!..
„Vollenden Sie... vollenden Sie!“
„Er ſagte mir, er wolle ſogleich mit Madame ſpre⸗ chen. Da ich dachte, ſie werde in dem Zuſtande, in wel⸗ chem ſie ſich befand, Niemand annehmen wollen, ſo er⸗ wiederte ich, ſie ſei nicht zu Hauſe.„Das iſt unmög⸗ lich, ſie hat mir dieſen Morgen hier Rendz⸗vous gege⸗ ben,“ ſagt der ſchöne junge Mann zu mir. Und er übergibt mir ein Billet, das er mit Bleiſtift ſchreibt. Ich aber ſpreche zu mir ſelbſt:„„Dieſer iſt ſicherlich der ſchöne junge Mann, den Herr Badineau Madame vor⸗ geworfen hat.““ Ich bringe ihr eiligſt das Billet zu dem Bette ihrer Mutter, die ſie nicht verließ, und die immer noch in ihrem hitzigen Fieber verworrenes Zeng ſprach: Madame befiehlt mir, den jungen Mann ſogleich eintreten zu laſſen...(Es war ſicherlich der Ihrige Sie ſind fünf Minuten beiſammen geblieben, dann hat Madame einen großen Shawl genommen, einen Hut mit einem Schleier aufgeſetzt, der den Verband, den ich auf die Wunde gelegt hatte, verbarg und Beide ſind ausgegangen! Madame hat mir wohl empfohlen, über Madame Jvuffroy zu wachen, und mir einen Brief gegeben, den ich


