XXV.
Fortuns Sauval, der ſich mit ſeiner Frau und ſeiner Tochter nach der Rue Notre⸗Dame⸗de⸗Lorette be⸗ gab und ſich der gemeinen Scene erinnerte, deren Zeuge
am Morgen der Vetter Rouſſel geweſen war, eine.
Scene, die ſich unter einer andern Form erneuern konnte, dachte, es wäre unklug von ihm, Marianne zu ihrer Schweſter zu führen, ohne ſicher zu ſein, dieſe allein mit Madame Jouffroh zu finden.
Als die zwei Wagen anhielten, ließ der Goldſchmied im einen den Vetter Rouſſel und die Tante Pru⸗ dence, im andern ſeine Frau und ſeine Tochter; er ging ſodann in den zweiten Stock hinauf, wo die Gräfin wohnte. Obgleich er zweimal klingelte, zögerte man doch ziemlich lang, ihm zu öffnen; endlich erſchien die noch von den Ereigniſſen am Morgen erſchrockene Dienerin und machte die Thüre ein wenig auf.
„Ich wünſchte auf der Stelle Frau von Villetaneuſe
zu ſprechen, oder vielmehr,“ fügte Fortuné hei, der ſich des falſchen Namens erinnerte, den ſeine Couſine ange⸗ nommen,„oder vielmehr Frau von Arcueil.⸗
„Madame iſt ausgegangen,“ antwortete mit mürri⸗ ſchem Tone die Dienerin; und ſie wollte die Thüre wie⸗ der ſchließen, als Fortuns in der Hoffnung, dieſen Cer⸗ berus zu beſänftigen, aus ſeiner Taſche einen Louis d'or
zog, ihn der Dienerin in die Hand drückte und raſch zu
ihr ſagte:
„Meine Freigebigkeit wird ſich nicht hierauf beſchrän⸗ ken, wenn Sie mich anhören und mir beſonders aufrich⸗ tig antworten.“
„Dann treten Sie raſch ein,“ erwiederte die Die⸗ nerin, welche plötzlich ein freundliches Geſicht annahm.


