Teil eines Werkes 
13. und 14. Bändchen (1854)
Entstehung
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14

„Ah! das iſt gräßlich!“ ſagten ſich die Zeugen vom Schmerze des Greiſes ergriffen.„Armer Michel!“

„Nachdem er das Billet geleſen, das Portrait an⸗ geſchaut, den die Briefe ſeiner Mutter enthaltenden Um⸗ ſchlag zerriſſen und einen von dieſen Briefen durchlau⸗ fend ihre Handſchrift erkannt hatte, blieb ihm kein Zwei⸗ fel mehr über die Wahrheit: er warf fern von ſich die Briefe und das Portrait, das wir aufgehoben haben, verließ ganz verwirrt das Haus und rief, wir werden ihn nie wiederſehen.“

„Ah! der Unglückliche! Und ſeine Mutter?“

„Sie war Anfangs einem heftigen Nervenanfall preisgegeben; wir brachten ſie in ihr Zimmer; nun iſt ſie erſchrecklich, ſie ſagt kein Wort, ſie ſpricht nicht von ihrem Sohne und hat ein ſtarres, finſteres Auge; die arme Camille zerfließt in Thränen vor ihrem Bette und ſcheint weder zu ſehen, noch zu hören. Ah! Herr For⸗ tuné, ich werde das nicht überleben! Dieſes unglückliche Kind wird ſich in ſeiner Verzweiflung ins Waſſer ge⸗ ſtürzt haben! Wehe mir! Catherine hatte Recht: ihre unſelige Vergangenheit mußte früher oder ſpäter auf ihr und ihrem Sohne laſten! Das war zu viel Glück für uns!“

„Guter Vater,“ ſprach Fortuné, von tiefem Mit⸗ leid ergriffen,„man darf noch nicht verzweifeln! Die plötzliche Offenbarung mußte Nichel einen erſchrecklichen Schlag beibringen„. doch die Heftigkeit dieſes Gefüh⸗ les wird ſich beſänſtigen, die Ueberlegung wird ihn zu Euch, zu ſeiner Braut, zu ſeiner Mutter zurückführen, und wenn er erfährt, mit welchem Muthe, mit welcher herviſchen Tugendhaftigkeit Catherine ihre Verirrungen gebüßt hat. wie ſie durch die mütterliche Liebe wie⸗ dergeboren worden iſt, ſo wird er für ſie nur Mitleid und Achtung fühlen.“

„Ah! Sie kennen ihn nicht, Herr Fortuné; Sie ſtellen ſich nicht vor, welchen Abſcheu er vor dem Laſter