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Erbärmlichkeiten ſondern durch ein unwillkürliches Wort zu verletzen, beim Geringſten, was wir ſagen, auf der Hut ſein müſſen, und entſchlüpft uns unglücklicher Weiſe, trotz des Zwanges, den wir uns anthun, trotz un⸗ ſerer Zurückhaltung, trotz unſerer Selbſtbewachung ein ort und das würde unfehlbar geſchehen entſchlüpft uns ein Wort, das eine ärgerliche Auslegung zuläßt, ſo werden Deine Mutter und Deine Schweſter in der Stille das verzehren, was ſie als eine Demüthi⸗ gung betrachten, und ihre Traurigkeit wird Dich betrü⸗ ben; oder ſie werden in bittere Vorwürfe ausbrechen, und Dein bis jetzt ſo friedlicher, ſo glücklicher Herd wird eine Hölle werden.“
„Mein Gott, liebe Tante, iſt das nicht Uebertrei⸗ bung?“
„Leider übertreibe ich nicht; Du wirſt leiden unter dieſen Reſultaten, welche ſehr verſchieden von denen ſind, die Du erwarteſt; Dein Mann wird troſtlos ſein über Deinen Kummer; und trotz ſeiner Güte, ſeiner Nachſicht gegen ſie, wird es ihm ſchwer ſein, Deiner Mutter und Deiner Schweſter gänzlich zu verbergen, daß vor ihrer Ankunft hier nie die geringſte Wolke Euer Leben trübte. Das iſt noch nicht Alles. Du haſt eine Tochter, in we⸗ nigen Jahren erreicht ſie das Alter der Vernunft; nichts iſt hellſehender als die Kinder in Betreff der Dinge, von denen man will, daß ſie dieſelben nicht wiſſen. Die geringſte Indiscretion von Deiner Seite oder von der Deines Mannes kann ſie auf den Weg des ſchmählichen Geheimniſſes bringen, welches zu bewahren wir Alle ein großes Intereſſe haben; iſt ſie endlich im Alter, zu heirathen, wird man nicht ſagen können.. denn früher oder ſpäter erfährt man Alles in Paris... Mademoi⸗ ſelle Sauval ſei bei ihrer Tante, der Gräfin von Ville⸗ taneuſe, einer einſt unterhaltenen Frau, und bei Ma⸗ dame Jouffroy, der Mitſchuldigen der Ausſchweifungen ihrer Tochter, erzogen worden? Dieſe Ausdrücke ſchmer⸗


