Teil eines Werkes 
13. und 14. Bändchen (1854)
Entstehung
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Oh! das Vergeſſen das Vergeſſen, verſetzte die alte Jungfer, traurig den Kopf ſchüttelnd,das iſt die Klippe.. Die edlen Seelen vergeſſen das Böſe, das man ihnen angethan hat; doch das menſchliche Ge⸗ wiſſen iſt ſo beſchaffen, daß diejenigen, welche das Böſe gethan haben, es nie vergeſſen. Das iſt ihre Sühnung, wenn ſie bereuen.. es iſt ihre Strafe, wenn ſie ver⸗ härtet bleiben! Ich gebe zu, daß Deine Mutter und Deine Schweſter berenen, daß ſie auf unſere Stimme zu einem beſſeren Leben zurückkehren; ſie ſind ohne Mittel...

Ei! meine Tante! was liegt uns hieran?

Ich verſtehe Dich, mein Kind; unſer Vermögen und das Talent Deines Mannes ſetzen uns, Gott ſei Dank! in den Stand, unſer Auskommen mit Aurelie und Deiner Mutter zu theilen.

Oh! ja! rief Marianne mit einem Erguſſe der Hoffnung;ſie, ſowie mein guter armer Vater, werden uns in Zukunft nicht mehr verlaſſen.

Nach einem Augenblicke peinlichen Stillſchweigens erwiederte die alte Jungfer, ihre Thränen bewältigend:

Sprechen wir jetzt nicht von meinem Bruder, mein Herz würde brechen; wir müſſen einzig und allein an den raſchen Entſchluß denken, welchen zu faſſen das Dringendſte iſt. Ich nehme an, Deine Mutter und Deine Schweſter haben ſich hier niedergelaſſen; ihre Reue iſt aufrichtig, ſie fügen ſich darein, bei uns in einer völligen Zurückgezogenheit zu lebe Du, Dein Mann und ich, wir haben die Vergangenheit gauz und gar vergeſſen; aber, liebes Kind, ſie werden ſie nicht vergeſſen! ſie werden dieſe unſelige Vergangenheit nicht vergeſſen kön⸗ nen! Sie wird unabläſſig auf Ihrem Gewiſſen laſten! Scheu, empfindlich, ſich von uns abhängig fühlend, da ſie nichts mehr beſitzen, werden ſie immer, was wir auch thun mögen, mißtrauiſch gegen uns ſein; wir werden immer aus Furcht, ſie, ich ſage nicht durch Anſpielungen auf die Vergangenheit... wir ſind unfähig zu ſolchen