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„Mein Kind,“ ſprach die Tante Prudence,„nichts kann lobenswerther ſein, als Dein Eifer; aber wir han⸗ deln meiner Anſicht nach vernünftig, wenn wir das bei dieſem Umſtande zu beobachtende Verfahren reiflich er⸗ wägen und uns hierüber in Einklang ſetzen. Mehr als irgend Jemand laſſe ich Deinen Gefühlen Gerechtigkeit widerfahren; doch es iſt nicht zu vergeſſen: Du haſt einen Mann, Du haſt eine Tochter, Du liebſt ſie, Du genießeſt ein wohlverdientes Glück und eine ebenſo wohl⸗ verdiente Achtung.. wäre es nicht unklug, wollteſt Du, ohne auf ein Reſultat rechnen zu können, die Ruhe Dei⸗ nes Lebens gefährden?“
„Ich bitte, meine Tante, was wollen Sie damit ſagen?“
„So feig, ſo fruchtlos, ſo grauſam es wäre, über die Entwürdigung zu ſpotten, zu der Deine Mutter und Deine Schweſter herabgeſunken ſind, ebenſo gefährlich, ſtrafbar ſogar wäre es, die, wenn nicht wahrſcheinlichen, doch wenigſtens möglichen Folgen dieſer Erniedrigung hinſichtlich deſſen, was Deine zukünftige Ruhe betrifft, nicht ins Auge zu faſſen. Ich bin weit davon entfernt, mich gleichgültig gegen die Mißgeſchicke von Aurelie und meiner Schwägerin zu fühlen; ja, ich bin für meine Per⸗ ſon entſchloſſen, trotz Alles deſſen, was mein armer Bru⸗ der gelitten hat, ſo groß als möglich den Theil der Reue, der Vergebung, der Nachſicht zu machen; aber höre, mein Kind, Du haſt nie gefehlt! nie haben die Bevorzugun⸗ gen, als deren Gegenſtand Du Deine Schweſter ſahſt, die engeliſche Güte Deines Charakters geändert. Wenn Du heute glücklich biſt, wenn Du die Achtung und ſodann die Liebe Deines Gatten erlangt haſt, ſo iſt das durch Deine Hingebung, durch Deine Reſignation, durch Deine Zartheit, durch die Erhabenheit Deiner Gefühle ge⸗ ſchehen, und bei meiner Treue! ich ſage es Dir gerade heraus: ich bin vor Allem für Dich, für Deinen Mann und Dein Kind beſorgt...


