Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Jahres von mir getrennt zu ſein, was geſchehen müßte, wenn Herr Dupleſſis nach ſeinem erſten Vorhaben bei⸗ nahe immer im Berry wohnen wollte. Dieſe Perſpee⸗ tive weiſſagte mir eine tödtliche Langweile. Zum Glück war Herr Dupleſſis ſehr liebenswürdig, und er ver⸗ ſprach meiner Mutter, wir würden nur ſo lange auf dem Lande bleiben, als es mir anſtünde. Kann ich neun bis zehn Monate im Jahre in Paris zubringen, ſo werde ich es thun; nur, da wir noch in der ſchönen Jahreszeit ſind, hat mich Herr Fernand gebeten, ſogleich nach unſerer Hochzeit mit ihm nach dem Berry abzureiſen; wir werden dort bis zum Ende des December bleiben und dann zurückkommen, um den Winter in Paris zuzu⸗ bringen.

Wie es ſcheint, iſt in Riballiere(ſo heißt das Gut) ein gothiſches Schloß mit Thürmchen; Thürm⸗ chen meine Liebe!! Thürmchen! Du ſiehſt mich als Schloßherrin vor Dir. Herr Fernand will nichts

neu meubliren laſſen, ohne meinen Geſchmack zu Rathe

zu ziehen. Dieſer Grund wird unſere raſche Abreiſe nach dem Berry motiviren; Herr Fetnand wird mir ein Betzimmer mit farbigen Fenſtern und Gemälden einrichten. Er hat auch den Gedanken, eine an das Schloß anſtoßende Kapelle bauen zu laſſen. Herr Fer⸗ nand ſcheint mir ſehr religiös zu ſein; ich ſoll nach ſeinem Wunſche einen Beichtvater haben und alle acht Tage communiciren. alle acht Tage! das dünkt mir Lurus; um Oſtern zum Abendmahle gehen, wie in der Penſion, iſt, glaube ich, hinreichend.

Es wird mich ungemein beluſtigen, dieſes Caſtell einzurichten, die Meubles zu wählen. Ich vergaß, Dir zu ſagen, daß wir einen Phaston für unſere Spazierfahrten in der Umgegend haben werden. Herr Fernand hat geſtern vor unſere Fenſter meinen Wagen, wie er ſagt, kommen laſſen; das iſt ein ſehr ſchönes blaues Coups beſpannt mit zwei reizenden Eiſenſchimmeln; die Livreen find blau mit Silber; Du

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