Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Die Zukunft wird ſagen, ob meine Ahnungen rich⸗ tig oder unfinnig waren, ob ich vernünftig oder toll geweſen bin.

Uebrigens bin ich nicht genug mir ſelbſt Feind, um mir nun das Häßliche der Lage, die ich frei ange⸗ nommmen habe, zu übertreiben.

Im Ganzen hat man mich nicht mit Gewalt verhei⸗ rathet; ich habe nicht den Muth beſeſſen, einen Willen zu haben, mehr auf meine Vorgefühle, auf meine Abneigung, als auf das zu hören, was man die Vernunft zu nennen übereingekommen iſt: deſto beſſer oder deſto ſchlimmer für mich, doch es wäre fortan ſehr ungeſchickt von mir, wenn ich mich beklagen würde; ich bin auch entſchloſ⸗ ſen, den beſtmöglichſten Vortheil aus meiner Lage zu ziehen. Das wird mir wohl leichter ſein, als ich glaube; ich weiß Herrn Fernand ſogar Dank, daß er ſich gleich von Anfang vernünftig und falt gezeigt hat, ſtatt ſich nach Laune und Charakter ſo zu ſtellen, wie er nicht iſt. Es iſt möglich, daß er mit der Zeit weniger ernſt wird, und daß ich ernſter werde, und indem wir ſo jedes auf ſeiner Seite ein paar Schritte machen, um die Charakterverſchiedenheit, die uns trennt und die ich wahrſcheinlich übertreibe, zu vermindern, werden wir in einem gemeinſchaftlichen Glücke zuſammentreffen.

Glücklicher Weiſe hat Herr Fernand nicht einen Augenblick eine Vermuthung von meiner Unentſchloſ⸗ ſenheit gehabt, denn während der zwei Tage, die ſie gedauert, ſagte Mama ſehr klug, ich ſei unpäßlich, und ich habe Herrn Fernand erſt wiedergeſehen, als mein Entſchluß gefaßt war.

Er flößt mir immer noch viel Ehrfurcht ein, und ich weiß nicht, wann ich mit ihm auf einem vertrau⸗ lichen Fuße ſtehen werde; mittlerweile muß er aber fortwährend eine geringe Meinung von meinem Geiſte haben. Da ich dieſes Verlangen nicht auf mich zu nehmen wagte, ſo bat ich Mama, ihm zu ſagen, ſie würde es zu ſchmerzlich finden, den größten Theil des