Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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begreifſt, wie geblendet ich war, ich, die ich in weiner Familie nur an Miethkutſchen bei großen Veran⸗ laſſungen gewöhnt bin; wir werden auch keine Köchin, pfui! meine Liebe, ſondern einen Koch habenz mein Koch, ſagt Herr Fernand auch; Du wirſt am Ende ge⸗ ſtehen, mein Koch ſagen zu können, iſt ſchmeichelhaft, wenn man ſein ganzes Leben an die beſcheidene, bürger⸗ liche Küche unſerer Marianne gewöhnt geweſen iſt. Ich vergaß, Dir mitzutheilen, daß der Braut⸗ ſchmuck herrlich iſt: es iſt ein Schmuck von Türkiſſen und Brillianten und eine ſchöne Riviére von Diamanten mit herrlichen Ohrringen und Aehren für den Kopfputz; ich weiß nicht, was ich mehr bewundern ſoll, einen grünen Kaſhemirſhawl, oder einen andern, der von einem ſo zarten Blau und von einem ſo reizenden Deſ⸗ ſin iſt, daß ich über beide in Ertaſe gerathe; es ſind dabei auch Spitzen, Guipures, Alengoner Points von der ſchönſten Auswahl, Kleider in Stücken von allen Sorten, worunter vier von Sammet von verſchiedenen Farben; kurz, Herr Fernand, man muß ihm dieſe Ge⸗ rechtigkeit widerfahren laſſen, hat die Dinge fürßtlich

gemacht.

Du wirſt mich ſehr vekänderlich finden: ich habe Dir in dieſem Brieſe geſchrieben man werde mich eher tödten, als mich zwingen, Herrn Fernand zu hei⸗ rathen, und ich ſchließe ihn beinahe heiter; was willſt Du, ich ſchreibe Dir, wie ich denke und ſo wie ich handle; ich bin keine Frau von großem Charakter, keine Madame Raymond, ich bin ein armes Mäd⸗ chen, das dahin geht, wohin man es führt. Ich habe noch einige kleine Schauer, wenn ich an die Zukunft denke, obſchon ich mich ungemein an den Juwelen mei⸗ nes Brautſchmucks ergötze; doch ich habe Dir geſagt, mein Entſchluß iſt gefaßt, ich will den beſtmöglichen Vortheil daraus zu ziehen ſuchen.

Und dann endlich, ich ſehe meinen Vater und meiue Mutter ſo glücklich, ſo entzückt über dieſe Heirath, ſo

Fernand Dupleſſis. I. 17