Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2⁵2 mein lebhafteſter Wunſch iſt es, Sie zufrieden zu ſtellen.

In dieſem Augenblick kam meine Mutter zurück und ſprach leiſe mit Herrn Fernand; dann, da es ſechs Uhr geſchlagen hatte, verließ er uns, denn er iſt die Pünktlichkeit ſelbſt.

Kaum war Herr Dupleſſis weggegangen, als ich in die Arme von Mama warf und zu ihr ſagte:

Ich jlehe Dich an, laß mich Herrn Dupleſſis nicht heirathen.

Ahl biſt Du toll? Er hat mir ſo eben geſagt, Alles ſei zwiſchen Euch abgemacht, und ich möge den Brautſchmuck beſorgen. Er ſtellt hiefür fünfzig⸗ tauſend Franken zu unſerer Verfügung.. Das iſt herrlich.. und nun biſt Du ganz in Thränen!

Ich will nichts von Herrn Fernand und ſeinem Brautſchmuckich will nicht heirathen.

Aber, Albine, das iſt Wahnſinn! Wie! während

Alles abgeſchloſſen iſt, während mir Herr Fernand vor einem Augenblick erklärt hat, er ſei entzückt von Dir von Deinen Antworten..

Ich habe nichts geſagt er hat ganz allein geſprochen. Ah! mein Herz war zu beklommen, als daß ich ihm hätte antworten können.

Dein Herz beklommen... und warum?

Weil es mir, während er von ſeinen Plänen, von ſeiner Art, unſere Heirath zu betrachten, ſprach, ſchien, als bemächtigte ſich meiner eine Todeskälte.. hätte man mir von meinem Tode und von meinem Grabe geſprochen, das wäre nicht trauriger, eiſiger geweſen; ich wiederhole Dir, ich will lieber mein ganzes Leben Mädchen bleiben, als Herrn Fernand heirathen. Eher würde man mich tödten, als hiezu zwingen.

Und ich ließ meine Mutter eben ſo erſtaunt als zornig im Salon, ging in mein Zimmer, deſſen Thüre ich ſchloß, und weigerte mich, zu Mittag zu ſpeiſen,