——
251
fahrung im menſchlichen Herzen, und Alles ſagt mir, Sie werden ſtets würdig den beinahe göttlichen Auf⸗ trag der Hausmutter erfüllen.„. göttlich durch ſeine heiligen Pflichten, durch ſeine heiligen Freuden und durch ſeine heiligen Leiden. Ich ſage Ihnen das, nicht um das Gemälde der Zukunft zu verdüſtern, ſondern weil man ſich zum Voraus für die Prüfungen des Le⸗
bens ſtärkt, wenn man ſie vorherſieht, wie es uns die Re⸗
ligion lehrt;... was die Religion betrifft, ich weiß, Fräulein Albine, daß Sie ſehr fromm ſind, und ich
werde Sie mit Allem, was ich vermag, in der Erfül⸗
lung Ihrer religiöſen Pflichten ermuthigen, erleichtern; ich ſelbſt werde zu dieſen Uebungen zurückkehren, die ich leider lange vernachläſſigt habe, ohne darum den Glauben zu verlieren; wir werden Beide aus der Re⸗ ligion neue Aneiferungen für unſere Pflichten ſchöpfen. Was unſer materielles Leben betrifft, ſo können wir bei unſeren Vermögensverhältniſſen und mittelſt einer vernünftigen Oekonomie, wenn nicht im Reichthum, doch in großem Wohlſtand lebenz wir werden ein vortreff⸗ liches Haus haben; alle Ihre Wünſche werden befrie⸗ digt werden. Sie lieben ſehr das Land, wir werden vorzugsweiſe auf meinem Gute im Berrh leben, das ich völlig neu ausſtatten zu laſſen im Begriffe bin; mit einem Wort, Fräulein Albine, ich übernehme Ihnen gegenüber die feierliche Verpflichtung und werde eifrig darnach trachten, Ihr Leben ſo glücklich als möglich zu machen; der ſüßeſte Lohn für meine Bemühungen, für meine Ergebenheit wird ſein, daß ich Sie eines Tags, wie ich hoffe, ſich zu der Wahl Glück wünſchen ſehe, die Sie, mir die Sorge für Ihr Schickſal anvertrauend, getroffen haben. Ein letztes Wort, Fräulein Albine, ich bin mit Ihrer Frau Mutter übereingekommen, und ich hoffe, Sie werden mich deshalb nicht tadeln, ihr die Beſorgung und Auswahl des Ihnen von mir be⸗ ſtimmten Brautſchmucks zu überlaſſen; ſie kennt Ihren Geſchmack, die Gegenſtände, die Sie bevorzugen, und


