Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Doch wenn ich in einem Monat Berrn Fernand heirathe, wo wird die Freude ſein? wo wird das Feſt meiner Jugend ſein? Er ſieht kalt und gelangweilt aus, während ich mich voll Leben und voll Verlangen, mich zu beluſtigen, fühle! Er hat die Welt viel geſehen, und ich nicht! Er weiß eben ſo viel, als ich nicht weiß, und ich fühle es, ich werde immer die Miene einer Einfältigen in ſeiner Nähe haben; ich werde es nicht wagen, mich über etwas zu wundern, ich werde beengt, gevemtigt ſein, wie bei einem Vorgeſetzten, oder

ei meiner Mutter, ſtatt mich behaglich zu fühlen wie bei Dir, wie bei meines Gleichen, einer wie ich aus der Pen ſion austretenden Geſpielin.

Ich komme auf dieſe Vergleichung zurück, weil ſie Dir ungefähr meine Gedanken ausdrückt; ſpotteteſt Du nicht, ſo würde ich Dir noch ſagen, daß, wenn ich mir eine Heirath nach meiner Idee denke, mein Herz ſchlägt und in Unruhe geräth. Ich verſpüre in mir alle Ar⸗ ten von Aufſtrebungen, von unbeſtimmten Vorgefühlen von einer unendlichen Süßigkeit, welche, wie ein Neſt voll Vögel, nur nach irgend einem Zauberlande zu ent⸗ fliegen trachten und

Nun, haſt Du zu lachen aufgehört, Böſe? ich werde meine ſchöne Phraſe nicht vollenden.. Was willſt Du? ich bin nicht eine Madame Raymond, eine Frau eben ſo groß durch ihren Charakter, als durch den Geiſt und die Vernunft. Ich ſage Dir ganz ein⸗ fach, daß, weit entfernt, mich zuweilen tollen Viſionen u überlaſſen, mein Herz ſtille ſteht und mein Blut ſodt wenn ich daran denke, daß ich Herrn Fernand heirathen ſoll... Und dennoch wage ich es nicht, dieſe Heirath auszuſchlagen.. das iſt zugleich Schwäche, falſche Scham, Furcht, meine Mutter und meinen Va⸗ ter zu betrüben. Und dann, offenherzig geſtanden, gründet ſich mein Widerwille auf keine vernünftige Urſache, denn nun, da ich Dir Herrn Fernand geſchil⸗

dert habe, wirſt Du mir ohne Zweifel ſagen, bei dieſer