Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

244

dern würde, denn er hat noch einen kleinen trockenen Huſten; er iſt äußerſt artig, ein wenig kalt; er lacht ſelten; nichtsdeſtoweniger ſcheint er wohlwollend zu ſein. Ich weiß nicht, ob ich mich täuſche, doch oft kommt er mir vor wie ein Menſch, der ſich langweilt; vielleicht rührt dies davon her, daß er nicht vertrau⸗ licher mit mir reden kann. Im Ganzen genommen hat er mir bis heute weder mehr, noch weniger Alltäglich⸗ keiten geſagt, als alle die andern Perſonen, welche in unſer Haus kommen.

Einige Male hat mich Mama an's Klavier ge⸗ ſchickt, um Parade mit meinem Talente zu machen (wenn ich ein Talent hätte); das war eine Marter für mich, aber ich wagte es nicht, mich zu weigern, und ſpielte ganz verkehrt. Herr Fernand iſt nicht muſika⸗ liſch, er bemerkte weder die falſchen Noten, noch die unrichtigen Tempi, und machte mir nothwendig ſchöne Complimente; worüber ich mich auch ärgerte, iſt, daß ich meinen Vater und meine Mutter vor Herrn Fer⸗ immer Geſpräche wie folgendes führen hören mußte:

Mein Freund, ſagt, zum Beiſpiel, meine Mut⸗ ter zu meinem Vater,Du erinnerſt Dich deſſen, was immer die Lehrerin der Penſion von Albine äußerte? Oh! Fräulein Chevrier hat etwas Beſſeres, als den äußeren Glanz, ſie hat ſolide Eigenſchaften; das wird einſt eine weſentliche Frau, um einem Haus⸗ weſen vorzuſtehen: es iſt die Ordnung und die Spar⸗ ſamkeit in Perſon.

Die Ordnung und die Sparſamkeit in Perſon, wiederholt mein armer, guter Vater nach ſeiner Ge⸗ wohnheit.

Und Mama fügt bei, indem ſie ſich an Herrn Du⸗ pleſſis wendet:

Was mein Mann da ſagt, iſt wahr, Herr Fer⸗ nand; unſere Albine hat gehalten, was ſie verſprach; hier erſetzt ſie mich, ſie beaufſichtigt Alles; nichts ent⸗