——
.
237
ihn beſſer angeſchaut hätte, wäre ich im Stande, Dir zu antworten und Dir zu ſagen, ob er mir anſtehe oder nicht anſtehe. Aber, Mama, wie ſoll ich Dir, weil ich ihn kaum eine Viertelſtunde geſehen habe wenn man dies Jemand ſehen nennen kann, wie ſoll ich Dir ich Luſt habe oder nicht habe, ihn zu hei⸗ rathen?“
„Albine, erkläre Dich offenherzig, was verſtehſt Du unter; dieſen Herrn beſſer kennen?“
„Das iſt ganz einfach: wiſſen, was für einen Cha⸗ rakter er hat.“
„Du ſprichſt da als ein wahres Kind! Wiſſen, was für einen Charakter er hat! Glaubſt Du, man kenne nur ſo auf der Stelle den Charakter der Leute?“
„Auf der Stelle, nein.“
„Alſo wie denn?“
„Aber, Mama, indem ich dieſen Herrn vft ſehen, indem ich mit ihm ſprechen würde, bis ich mir ſelbſt ſagen könnte: das iſt ein Charakter, der mir gefällt oder nicht gefällt.“
„Sage mir vor Allem, was verſtehſt Du unter dem Charakter von Jemand? Willſt Du damit ſagen, Du verlangeſt, wiſſen, ob dieſer Mann Sit⸗ ten habe? ob er geordnet ſei? artig? wohlerzogen? Du fühlſt wohl, Rehchen, wenn wir Dir Herrn Fer⸗ nand Dupleſſis(das iſt ſein Name) vorſchlagen, ſo müſſen wir uns genau erkundigt haben, wir müſſen ſicher ſein, daß Dein Freier alle mögliche Eigenſchaf⸗ ten hat, um Dich glücklich zu machen.“
„Aber, Mama„
„Höre mich doch, Du ſiehſt ſchon, daß Du Dich nicht um den Charakter von Herrn Fernand zu beküm⸗ mern haſt, das iſt unſere Sache; wir haben ſie ge⸗ macht und wohl gemacht; wir ſtehen Dir auch für ihn. Folge nun wohl meinem Raiſonnement; von zwei Din⸗
gen eines: entweder hat Herr Fernand den vortreff⸗
„


