Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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bemerken, daß ich erſt lange Zeit nach unſerer Verhin⸗ dung Kenntniß von dieſer Correſpondenz bekommen habe; ſpäter werde ich erklären, in Folge welcher Er⸗ eigniſſe dieſe Briefe in meinen Beſitz gelangt ſind.

Albine an Hermante

Liebe Hermance, ich gebe Dir hier Wort für Wort und ohne Betrachtungen und Umſchweife die Un⸗ terredung, die ich geſtern Abend mit Mama, nach der Rückkehr aus einer Abendgeſellſchaft beim Notar mei⸗ ner Familie, gehabt habe.

„Rehchen,“ ſagte meine Mutter zu mir,„Du er⸗ innerſt Dich, daß wir heute Abend ziemlich lange mit Herrn Barantin von Dieſem und Jenem geſprochen haben?“

„Ja, Mama.“

„Du weißt, daß während unſeres Geſpräches ein z Mann gekommen iſt und mit uns geplaudert

at.“

„Ja, Mamg,“

„Wie findeſt Du dieſen jungen Mann, Rehchen?“

„Ich finde ihn wie alle Welt.“

„Das iſt nicht geantwortet. Ich frage Dich, ob Du dieſen jungen Mann gut oder übel findeſt?“

„Warum frägſt Du mich das?“

„Antworte immerhin: wie findeſt Du ihn?“

„Was willſt Du damit ſagen?.. Ich finde ihn weder gut, noch übel.“

„Sprich, wäre er nach Deinem Geſchmacke?“

„Nach meinem Geſchmacke?“.

„Mein Gott! Albine! wie ungeduldig machſt Du mich mit Deinem Erſtaunen, mit Deiner Miene aus der andern Welt! Nimm an, dieſer junge Mann ſei ein Freier, den man uns für Dich vorgeſchlagen hätte.. würde er Dir anſtehen?“