Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Mutter erzogen, wird Albine nicht jene großen, an⸗ ſpruchsvollen Manieren angenommen haben, welche ſo viele Mädchen unerträglich machen. Die wenigen Worte, welche ich meine Zukünftige habe ſprechen hören, laſſen mich denken, ſie ſei einfachen und vielleicht beſchränkten Geiſtes. Gefiele es Gott, daß es ſo wäre, meine Wünſche wären erfüllt; das, was man eine Frau von Geiſt nennt, würde mich in beſtändigem Mißtrauen erhalten; nichts flößt dagegen, und zwar mit Recht, mehr Sicherheit ein, als ein negativer Verſtand, aus⸗ geſtopft mit vortrefflichen Grundſätzen, mit ſoliden Tugenden und einer inbrünſtigen Frömmigkeit, denn ich halte feſt darauf, daß meine Frau gottesfürchtig ſein muß. Im Ganzen genommen kommt mir die Familie Chevrier unbedeutend vor; ich bekümmere mich wenig darum, denn wenn ich heirathe, reiſe ich am Tage nach meiner Hochzeit nach dem Berry ab.

Nach reiflicher Ueberlegung und unter der Vor⸗ ausſetzung, daß mich mein erſter Eindruck nicht ge⸗ täuſcht hat, nämlich, daß Fräulein Albine ein einfaches, gutes Mädchen iſt, ihr Vater ein Dummkopf und ihre Mutter ein ganzes Weib, entſcheide ich mich für dieſe Heirath.

Mein Arzt hat Recht, noch einige Jahre dieſes Junggeſellenlebens, und ich wäre verloren; meine Ge⸗ ſundheit bedarf der Schonung, großer Pflege; das Land⸗ leben wird mir heilſam ſein und ganz meinem Ge⸗ ſchmacke entſprechen, urtheile ich nach der Langweile, nach dem Ueberdruß, den mir immer mehr das Leben in Paris einflößt, das mich nach und nach abſtumpft und erſchöpft; will man mich, ſo heirathe ich ent⸗ ſchieden.

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NB. Als Ergänzung dieſes Tagebuchs füge ich hier mehrere Briefe von Fräulein Albine Chevrier in Be⸗ treff ihrer Heirath mit mir bei; ich brauche nicht zu