Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

222

Clienten finden, mein lieber Barantin. Ihr Leute ſeid wahre Heirathsmäkler.

Der Notar:— Warten Sie doch... warten Sie doch; es könnte wohl ſein... wahrhaftig! ich habe, was Sie brauchen...

Ich:— Ah! bah! wer iſt es denn?

Der Notar:— Hunderttauſend Thaler Mitgift baar und nach dem Tode der Eltern wenigſtens zwanzig tauſend Livres Renten in hypothekariſchen An⸗ lagen.. Sprechen Sie, ſteht Ihnen das an?

Ich:— Oh! ja. bis jetzt...

Der Notar:— Einzige Tochter, ehrenhafte Familie; der Vater, ein ehemaliger Generalarmeeliefe⸗ rant, lebt heute von ſeinen Renten und iſt der beſte Menſch der Welt; die Mutter, eine vortreffliche Frau, betet ihre Tochter anz kurz, es iſt das Muſter von einem der Hausweſen der guten alten Zeit.

Ich:— Und die Tochter? wie iſt ſie?

Der Notar:— Achtzehn Jahre, friſch wie eine Roſe, die Jugend, die Geſundheit in Perſon, reizendes Geſicht, erzogen in einem der beſten Penſtonnats von Paris, ein engeliſcher Charakter, alle wünſchenswerthe Tugenden.. Ich vergaß, Ihnen zu ſagen, daß den Hoffnungen ein ſehr ſchönes Landhaus in Sainte⸗Brice, vier Meilen von Paris gelegen, beizufügen wäre; es iſt vor drei Jahren um 167,000 Franken gekauft worden.

Ich:— Wohnt dieſe Familie gewöhnlich auf dem Lande?

Der Notar:— Acht Monate des Jahres. Patriarchaliſche Sitten, mein lieber Client. Vor un⸗ gefähr acht bis zehn Tagen hat die Mutter zu mir geſagt:„Mein guter Herr Barantin, ſuchen Sie doch Albine zu verheirathen. Sie iſt nun aus der Penſion ausgetreten; Sie wiſſen, welche Mitgift wir ihr geben, abgeſehen von dem, was ſie zu hoffen hat. Rechnen Sie darauf, um das Aeqnivalent dieſer Vortheile zu