Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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die verdorbene Luft von Paris einzuathmen, welche für eine geſchwächte Bruſt wie die Ihrige immer ſchädlich iſt. Ja, befolgen Sie meinen Rath, und nach und nach werden Sie Ihre verlorenen Kräfte wiedererlangen; Ihre Conſtitution wird wieberhergeſtellt werden, und Sie können hundert Jahre leben. Befolgen Sie das nicht, ſo werden Sie in zwei bis drei Jahren entweder ſterben oder ein fieches Leben hinſchleppen; das iſt die Wahrheit. Ich bin eben ſo ſehr Ihr Freund, als Ihr Arzt. Ich wiederhole Ihnen, es iſt Zett, mehr als Zeit, daß Sie auf mich hören... Wenn nicht. Ihr Diener von Herzen.

Ich:— Ich gebe Ihnen die Verſicherung, mein lieber Doctor, daß ich das Vernünftige, das Dringende Ihres Rathes fühle; ſeit einigen Monaten beſonders beunruhigt mich mein Geſundheitszuſtand, obgleich der Anſchein...

Der Doctor:— Ei! gewiß, abgeſehen von ein wenig Bläſſe und Ihrem kleinen Huſten, iſt Ihr Aeu⸗ ßeres gut.. Doch warten Sie, bis Ihre Lunge ernſt⸗ lich angegriffen iſt.. und Sie werden trotz Ihrer ſcheinbaren Geſundheit ſehen, welche Veränderung in weniger als zwei bis drei Monaten vorgehen wird.

Ich:— Ich glaube Ihnen; ſeit einigen Monaten dachte ich auch im Ernſte an meinen Geſundheitszuſtand, an die Lebensordnung, die Sie mir ſchon mehrere Male gerathen haben.

Der Doctor:— Das Denken nützt nichts, man muß handeln, und wenn ich an Ihrer Stelle wäre, wiſſen Sie, was ich thäte?

Ich:— Was denn?

Der Doetor:— Ich würde heirathen.

Ich:— Heirathen!

Der Doctor:— Nun?

Ich:— Heirathen... Teufel!

Der Doctor:— Was iſt denn hiebei ſo Außer⸗ ordentliches?