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wir das Leben eines jungen Mannes fortſetzen, als ob wir zwanzig Jahre alt wären.
Ich:— Sollte man nicht glauben, Doctor, mit achtundzwanzig Jahren ſei man fiech?
Der Doctor:— Ich weiß nur, daß Sie ſeit den zehn Jahren, die ich Sie ungefähr kenne, das Li cht, wie man zu ſagen pflegt, an beiden Enden ver⸗ brennen. Was wollen Sie, mein Lieber, man iſt Page und Garde⸗du⸗corps nicht ungeſtraft geweſen!“
Ich:— Ei! habe ich denn ſo große Ausſchwei⸗ fungen begangen?
Der Doctor:— Bei meiner Treue, Sie hatten immer eine oder zwei Geliebten, die Launen nicht zu rechnen, dann die Soupers, die halbe Nacht beim Spiele zugebracht, und Alles, was daraus folgt.“
ch:— Lieber Doctor, im Ganzen habe ich ge⸗ than, was alle Welt thut.
Der Doctor:— Und es widerfährt Ihnen, was aller Welt widerfährt, wenn Sie darunter die Ver⸗ gnügensmenſchen wie Sie verſtehen. Ei! mein Gott, nichts kann einfacher ſein: während der drei oder vier erſten Jahre der Jugend iſt der Saft im Ueberfluſſe vor⸗ handen; man beluſtigt ſich aufrichtig und weiß auch wenig von Ermüdung; ſpäter aber kommt die Sattheit, doch man ſetzt daſſelbe Leben fort, halb aus Gewohn⸗
heit, halb aus Eitelkeit; man feöhnt dieſer Eitelkeit
mit Hülfe der ſchon halb erſtorbenen Kraft. Mit zwei und zwanzig oder drei und zwanzig Jahren ſtand man auch vom Tiſche bei Tagesanbruch mit lebhaftem Auge und friſcher Geſichtsfarbe auf, während man im acht und zwanzigſten Jahre mit geröthetem Auge und blei⸗ farbigem Teint davon weggeht.
Ich:— Was Sie da ſagen, Doctor, iſt ein wenig wahr; ſeit ungefähr einem Jahr fange ich an des Jung⸗ geſellenlebens überſatt zu ſein. und dennoch..
Der Doetor:— Und dennoch beharren Sie dabei. Si machen es wie die Leute, welche ohne


