2¹0
ſechsundzwanzig Jahre, und ich fühle mich unfähig, Ihnen zu verſprechen, ein treuer Gatte zu ſein.
„Bin ich Ihnen untreu, ſo habe ich die unerſchüt⸗ terliche Ueberzeugung, daß Sie meinem Betragen nach⸗ ahmen werden.
„Ich halte mich aber für zu ſcharfſichtig, um ein betrogener Ehemann zu ſein, ohne es zu wiſſen; ich bin zu ſtolz, um die Schande und die Lächerlichkeit zu ertragen.
„Ein, wie ich hoffe, unbegründetes und, zu meinem Bedauern, für Sie verletzendes Mißtrauen läßt mich jn Friif ziehen, daß ich Ihr erſter Liebhaber gewe⸗ en bin.
„Ehe ich wußte, daß Sie Mutter ſind, hätte ich mich vielleicht, in Ihrem Intereſſe und im meinigen, be⸗ fugt geglaubt, das Heirathsverſprechen, das ich Ihnen geleiſtet, nicht zu halten; doch heute, ich wiederhole es Ihnen, iſt Ihr Recht doppelt geheiligt, und ich werde mich ihm unterwerfen, wenn Sie es ver⸗ langen.
„So grauſam, ſo ſchmählich für mich dieſes Be⸗ kenniniß iſt, meine liebe Ceſarine, ich muß Ihnen ge⸗ ſtehen, daß Ihr Freudenſchrei; ich bin Mutter, in meinem Herzen nicht den ganzen Wiederhall gehabt hat, den er haben mußte; ich habe weniger das Glück, Vater zu ſein, als die Schwere der Kette, welche Ihre Offenbarung an meine Zukunft nietete, empfunden.
„Das iſt es, meine liebe Ceſarine, in aller Auf⸗ richtigkeit, was ich zu dieſer Stunde denke, was ich
ühle.
ſi„Ich entſchuldige mich nicht, ich ſage, was iſt, da ich glaube, daß bei einem ſo ernſten Umſtande die Of⸗ fenherzigkeit die erſte Pflicht iſt.
„Wie ich das Schlimme bekannt habe, ſo muß ich auch das Gute bekennen, denn ich bin weder ganz gut, noch ganz böſe.
„Sie kennen mich, meine liebe Ceſarine, Sie wiſ⸗


