Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Ich ſagte mir am Ende: „Ceſarine hat Hyaeinthe betrogen; warum ſollte ſie, wenn ſie einmal meine Frau iſt, mich nicht auch

betrügen?

„Allerdings hat ſie mich geliebt, doch auf die glü⸗ hendſte Liebe folgen oft die Kälte, die Sättigung... Ich muß überdies geſtehen, ſeit der Unterbrechung mei⸗ ner Rendez⸗vous mit Ceſarine, ſeitdem ſie mir nicht mehr wie früher hinreißend durch Leidenſchaft und Wolluſt, ſondern ernſt, ſchwermüthig und in Thränen gebadet erſcheint, habe ich die Erkaltung ſich meiner bemächtigen gefühlt. Kann ſie ſich ihrer nicht auch be⸗ mächtigen? Und habe ich nicht, wenn ſie keine Liebe mehr für mich fühlt, zu befürchten, daß Ceſarine, der Gluth ihrer Natur nachgebend, mich behandelt wie Hyacinthe und, wenn ſie auch vielleicht für mich An⸗ hänglichkeit, Achtung nach ihrer Art bewahrt, einen Liebhaber annimmt?“

Bei dem Gedanken der Lächerlichkeit und der Schande empörte ſich Alles in mir; in Beziehung auf meine ehelichen Abenteuer fühlte ich mich weder von der Sanftmuth, noch von der Philoſophie von Hyaeinthe.

Später ging ich noch weiter:

Ich fragte mich, ob ich der erſte Liebhaber von Ceſarine geweſen ſei?

Sie hatte mir hundertmal mit dem Ausdrucke einer vollkommenen Seelenreinheit verſichert, ich ſei ihre erſte Liebe geweſen. Doch die Frauen find ſo unergründlich!.„

Und hatte ſich mir Ceſarine nicht überdies, ſo ſagen, an den Hals geworfen? Würde eine bis dah

tadelloſe Frau ſo wenig Zurückhaltung gezeigt haben?

Wie ich, hatte Jean Raymond in vertrautem Um⸗ gang mit Hyaeinthe gelebt. Wer ſagte mir, ob er nicht, wie ich, der Liebhaber von Ceſarine geweſen?

Nichts bewies mir, daß meine Zweifel gegründet, nichts