Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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ich ſprach mit ihr auch nicht davon. Wozu an eine Verbindlichkeit erinnern?

So vergingen ſechs Wochen.

Mein Schmerz verlor indeſſen allmälig ſeine erſte Schärfe; ich hatte ſeit langer Zeit mit jedem Vergnü⸗ gen, mit jeder Zerſtreuung gebrochen; mein Leben der Liebſchaften und Luſtbarkeiten war, ſo zu ſagen, unter dem Schlage des heftigen Kummers, in den mich der Tod meines alten Freundes verſetzt hatte, ſtille geſtan⸗ den; doch in demſelben Maße, in dem ſich dieſer Kum⸗ mer wie jeder Kummer linderte, fühlte ich mich für das Vergnügen wiedererwachen, ich empfing und be⸗ ſuchte meine lange vernachläſſigten Freunde; noch trau⸗ rig, ſuchte ich einige Zerſtreung in meinen früheren Gewohnheiten.

Da fing mein Schwur, Ceſarine zu heirathen, dem ich übrigens treu bleiben wollte, an mir nicht mehr als ein ſicherer Hafen gegen die Stürme der Leiden⸗ ſchaften, ſondern als das Grab meines Lebens eines jungen Mannes zu erſcheinen.

Ich erſchrak bei dem Gedanken, mich mit ſechs und zwanzig Jahren zu verheirathen; ich fragte mich in einem Gefühle von aufrichtigem Intereſſe für Ce⸗ ſarine, ob ich fähig ſei, für ihr Glück zu bürgen?

Ich geſtand mir, indem ich mir denſelben vielleicht abſichtlich übertrieb, den Eindruck, den ein paar hübſche Frauen auf mich gemacht, ſeitdem ſich mein Gram 322 den Tod von Hyacinthe ein wenig beſänftigt atte.

Später verwandelten ſich meine Zweifel.

Ich fragte mich nicht mehr, ob ich würdig und fähig ſei, Ceſarine wahre Bürgſchaften für die Zu⸗ kunft zu bieten, ſondern ich fragte mich, ob ſie mir ſolche biete wie ich es Anfangs geglaubt hatte. Die beinahe prophetiſchen Befürchtungen von Hya⸗ einthe in ſeinen letzten Augenblicken fingen an ſich zu verwirklichen.