Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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bewies mir aber auch, daß ſie es nicht waren. Ich hatte mich leichtgläubig in dieſer Hinſicht gezeigt und mich nichts um dieſe rückwärts ſchauende Eiferſucht beküm⸗ mert; in dem Augenblick aber, wo ich eine ewige Ver⸗ bindung eingehen ſollte, welche ſpäter meine Ruhe, meine Ehre in Frage ſtellen konnte, fand ich meine Unentſchloſſenheit ganz billig und gerecht.

Kurz, ich kam ſo weit, daß ich dieſe Heirath als eine Thorheit betrachtete und den Hyacinthe gelei⸗ ſteten feierlichen Schwur als eine unüberlegte Hin⸗ reißung, als ein Verſprechen anſah, das ſich unmöglich verwirklichen laſſe.

Die Schwäche meines Charakters, die Furcht, Ce⸗ ſarine in Verzweiflung zu bringen, hielten mich lange ab, ſie mein Zögern nur vermuthen zu laſſen; ſie hatte kürzlich einige Anſpielungen auf unſere zukünftige Hei⸗ rath mit ſo überzeugter Miene gemacht, daß ich, weit entfernt, ihr ihren Irrthum zu benehmen, ſie in ihren Illuſtonen beſtärfte und von einem Tag zum andern eine entſcheidende Erklärung verſchob.

Ich erſtaunte über den Mangel an Scharfſinn von Ceſarine in Betreff meiner Erkaltung; die Urſache die⸗ ſer Blindheit war ganz einfach: ſie glaubte, ich ſtehe immer noch unter dem ſchmerzlichen Eindrucke des To⸗ des von Hyacinthe, und ſie war ſelbſt ſehr befangen.

Man höre, warum.

Als ich ſie am Anfang des Winters, ungefähr zwei Monate nach dem Verluſte meines Freundes, nach meiner Gewohnheit beſuchte, fand ich ihr Ausſehen wie

immer ſchwermüthig, jedoch gemildert durch einen Aus⸗ druck verhaltenen Gluckes.

„Mein Freund,“ ſagte ſie zu mir,„Sie haben be⸗ merken müſſen, daß ich ſeit einiger Zeit ſehr in Ge⸗ danken vertieft bin!“

„Nein, Ceſarine, ich habe dieſe Bemerkung nicht gemacht.“ ⸗ 4

„Deſto beſſer,“ erwiedberte ſie,„das hätte Sie