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töbten,“ fügte Madame Rahmond mit ihrer ſanften Stimme bei,„aber man muß nie durch Ueberrumpelung tödten. nicht einmal feige Räuber.“
„Es iſt wahr, meine Mutter,“ ſagte Jean„ich habe Unrecht gehabt; doch die erſte Bewegung..
„Mein Gott! das iſt ſo natürlich, Madame,“ unter⸗ brach ich meinen Freund;„beim Anblick von ſolchen Schurken iſt man nicht Herr über ſich.“
„Und Herr über ſich zu ſein, deſſen muß man ſich immer und hauptſächlich befleißigen, Herr Fernand,“ ra Madame mit feſtem und zugleich mütterlichem
one.
Dieſes, obgleich unbedeutende, Geſpräch machte
indeſſen einen tiefen Eindruck auf mich. Trotz der Milde ihrer Stimme, trotz der melan⸗ choliſchen Sanftheit ihrer großen blauen Augen, trotz des Zaubers ihrer Züge und der Anmuth ihrer Ma⸗ nieren, ahnete ich, daß Madame Rahmond eine von den unbeugſamen Römerinnen oder Spartanerinnen, von deren ſtrengem Leben uns unſere Claſſikewerzählten. So groß war die, ich möchte beinahe ſagen, fieberhafte Beweglichkeit meiner Eindrücke, daß ich mich nach mei⸗ nem Eintritt in dieſes Haus, und abgeſehen ſogar von dem durch die Schönheit von Madame Rahmond auf mich hervorgebrachten Eindruck, als ein ganz Anderer fand ich fühlte mich erhabener, mein Puls mußte voller ſchlagen, was ſage ich? ich ſtrebte nach irgend einer eingebildeten Gefahr, der ich unerſchrocken unter den Augen von Madame Raymond Trotz geboten hätte.
Die alte Dienerin, die uns die Thüre geöffnet hatte, brachte uns ein einfaches Gouter beſtehend aus Bro und Obſt. In dem Augenblick, wo ſie die Teller au ein am Gartenfenſter ſtehendes Tiſchchen ſetzte, hörten wir ein ſtarkes Geräuſch, wie wenn ein Gegenſtand von oben auf den Boden des Speichers gefallen wäre den das Dachwerk üher der Wohnung bildete, wo wi uns befanden.


