3
8 1
4¹
vrießlichen und entſchloſſenen Geſichtern obzuwalten geſchienen hatte, dies Alles erregte bei mir ein Gefühl des Erſtaunens und der Neugierde, ich möchte beinahe ſagen, einer unbeſtimmten Unruhe.
Ich hatte mich mit Jean auf eine ſteinerne Bank im Hintergrunde des Gartens geſetzt, um zu warten, bis uns Madame Raymond empfangen könnte.
Meinen Gedanken errathend, ſagte mein Freund lächelnd zu mir:
„Du findeſt, daß wir traurig wohnen, nicht wahr, Fernand?“
Und als ich zu antworten zögerte, fügte Jean im Tone freundſchaftlichen Vorwurfs bei:
„Aber mit Deiner Furcht, bei den Leuten anzu⸗ ſtoßen, ſie zu ärgern, wirſt Du nie einfach, offenherzig ſagen können, was Du denkſt?“
„Offenherzig geſtanden alſo, mein lieber Jean, ich finde, daß dieſe Wohnung nicht ſehr heiter iſt.“
„Dieſe Wohnung iſt ärmlich und traurig, mein guter Fernand, weil meine Mutter weder heiter, noch reich iſt; doch ſie iſt ſo gut, ſo zärtlich... Nun, Du wirſt ſie ſehen, und, ich bin feſt davon überzeugt, Du wirſt ſie lieben...“
„Und dieſe Männer, welche im Zimmer warteten,“ wagte ich Jean zu fragen,„wer ſind ſie denn?“
„Alte Freunde meiner Mutter,“ antwortete Ray⸗ mond mit einem Ausdruck tiefer Ehrfurcht.
Ich konnte mich einer Bewegung des Erſtaunens nicht erwehren, denn Mehrere von ihnen trugen, wie geſagt, Mützen und waren als Handwerker gekleidet.
Jean fuhr abermals lächelnd fort:
„Du findeſt ſie ſchlecht gekleidet, nicht wahr? die Freunde meiner Mutter?“
„Ich kann nicht ſagen, daß ſie gerade das Aus⸗ ſehen von Muscadins haben,“ verſetzte ich, auf den Beinamen des Mannes mit dem Schnurrbart an⸗
1 ſpielend.
1 5


