Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Sainte⸗Barbe ganz freudig über dieſes doppelte Ver⸗ gnügen weg.

Madame Rahmond wohnte im Faubourg Saint⸗ Antvine, in einem engen, abgelegenen Gäßchen in der Nähe der Barriere. Ich bemerkte nur drei bis vier Häuſer von armſeligem Ausſehen, in der ganzen Länge dieſes Gäßchens zerſtreut und von Gärten umgeben. Man hätte ſich in einem Provinzſtädtchen hundert Meilen von Paris entfernt glauben ſollen; das Gras wuchs zwiſchen den Pflaſterſteinen; beinahe nie fuhren Wagen durch dieſe Einſamkeit. Jean blieb vor einem völlig vereinzelten, alten Hauſe von einem Stockwerk ſtehen und klopfte an die Thüre. Das Brett eines in dieſer Thüre angebrachten inneren Pförtchens wurde gezogen. Ich ſah zwei Augen uns prüfend betrachten, dann öffnete man, eine alte Dienerin empfing uns; bleich und mager, ſchwarz gekleidet, eine Art von wei⸗ ßem Beguin auf dem Kopſfe, glich ſie einer Nonne. Während ſie Jean herzlich umarmte, ſagte ſie ihm leiſe ein paar Worte, worüber er erſtaunt zu ſein ſchien. Ich folgte ihm durch eine finſtere Hausflur und trat mit ihm in ein beſcheiden meublirtes Zimmer ein. Zu meiner großen Verwunderung fand ich hier fünf bis ſechs Männer in der Reife des Alters und gekleidet wie mäßig bemittelte Handwerksleute; die Einen hatten Hüte, die Andern Mützen als Kopfbedeckung. Einer von ihnen fiel mir beſonders durch ſein martialiſches Geſicht auf; ſtark und groß gewachſen, trug er bei ſeinem halb mi⸗ litäriſchen, halb bürgerlichen Coſtume eine grüne Po⸗ lizeimütze mit rother Flamme; ſeine ſonnverbrannte Geſichtshaut, ſein langer ſchwarzer Schnurrbart, ſeine ergrauenden Haare, das Feuer ſeiner Blicke gaben ihm die entſchloſſene Phyſiognomie, die ich gleich Anfangs bemerkt hatte.

Dieſe Männer ſchienen mir düſter oder traurig; ſie ſprachen leiſe mit einander, als wir eintraten; ſo⸗ bald ſie Jean erblickten, ſtanden ſie auf und grüßten

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