33
„Ich habe oft mit ihr von Dir als von meinem Freunde geſprochen, ſie bittet mich, Dich am nächſten Sonntag zum Gyuter zu bringen. Nicht wahr, Du wirſt kommen?“
„Sieh ein wenig,“ erwiederte ich, nicht minder freudig als er,„wie ſich das trifft.“
„Warum?“
„Meine Großmutter wünſcht auch, Dich zu ſehen; vorhin ſprach ſie zu mir:„„Aber bringe doch Deinen Kameraden Rahmond, den Du ſo ſehr liebſt, und ebenſo Deinen andern Freund. Ihr müßt am Sonntag mit mir zu Mittag ſpeiſen, und ſage Deinen Freunden, ſie mögen nicht zu ſehr vor der Großmutter bange haben.““ Und ich habe verſprochen, ich werde Euch bringen.“
„Was mich betrifft, ſo haſt Du wohl gethan, es zu verſprechen, Du kommſt zu meiner Mutter, es iſt alſo ganz natürlich, daß ich zu Deiner Großmutter gehe. Doch Du haſt vielleicht Unrecht gehabt, daß Du Hyaeinthe zu bringen verſprochen.“
„Warum?“
„Du weißt, der arme Junge iſt Waiſe Seine Empfindlichkeit iſt ſehr groß 2. Ihn zu uns führen, wo er jeden Augenblick wird ſagen hören: mein lie⸗ bes Kind mein lieber Sohn heißt ihn der Unannehmlichkeit ausſetzen, ſeine Vereinzelung mit den Zuneigungen zu vergleichen, die uns um⸗ geben, und ihm einen vielleicht um ſo lebhafteren Kummer verurſachen, als er bewältigt ſein wird? Was denkſt Du?“
„Was Du ſagſt, iſt wahr, Jean. Nun erinnere ich mich, daß Hharinthe einmal, als er meine Groß⸗
mütter mich umarmen ſah, ſo ſehr bewegt war, daß er ſeine Thränen nicht zurückhalten konnte.“
„Und das würde ohne Zweifel geſchehen, wenn wir ihn zu uns führten; es wäre für ihn ein Leiben; ich wollie auch nichts beſtimmen, ohne mich zuvor mit
Fernand Dupleſſis. I.


