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„Ha! Unglücklicher, was haben Sie gethan!“
„Ich wolkte den großen Stein dieſem Koſaken auf den Kopf werfen,“ erwiederte Jean kalt,„leider habe ich ihn nur an die Schulter getroffen.“
„Aber Sie haben ihn vielleicht ſchwer verwundet,“ rief der Profeſſor,„Sie liefen Gefahr, ihn zu tödten.“
„Das hieß ſterben,“ antwortete Jean einfach.
„Was ſagen Sie?“ rief der Profeſſor voll Angſt die Hände faltend,„und warum wollten Sie dieſen Sol⸗ daten tödten?“
„Weil es ein Koſake iſt,“ erwiederte Jean,„und die Koſaken haben in Lothringen ſchändlicher Weiſe Frauen, Kinder, Greiſe erwürgt.“
„Aber die Kameraden dieſes Soldaten laufen her⸗ bei, um ihn zu rächen, Wahnſinniger!“ verſetzte der Profeſſor, wahrhaft erſchrocken.„Sehen Sie ſie dort, ſie ſteigen im Tumult und die Säbel in der Hand die Leiter herauf!“
„Sie mögen kommen!“ ſagte Jean Raymond,„ich erwartete ſie. Wäre dieſer Koſake allein geweſen, ſo hätte ich ihn nicht zu tödten geſucht; ich wäre feig geweſen...“
Wir waren erſtaunt und begeiſtert über dieſe Ent⸗ ſchloſſenheit von Jean! Ohne Zweifel von dem Vorfalle unterrichtet, kamen mehrere ruſſiſche Ofſiciere in Be⸗ gleitung ihrer Reiter auf die Plattform; einer von vieſen Officieren ſprach Franzöſiſch; er erkundigte ſich, wo der Lehrer ſei, der uns führe, trat auf ihn zu und hatte leiſe eine lange, belebte Unterredung mit ihm. Es handelte ſich ohne Zweifel darum, dem unklugen Schüler eine ſcharfe Lection dadurch zu geben, daß man ihn erſchrecken würde. Der Lehrer, als er mit den ruſſiſchen Officieren zurückkam, ſagte auch zu Jean Raymond mit einer beſtürzten Miene:
„Oh! mein Gott, was haben Sie gethan! Dieſe Herren wollen Sie verhaften!“
„Und Sie erſchießen,“ fügte der Officier der Fran⸗


