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zu uns, aus Furcht, zudringlich zu ſein oder uns be⸗ ſchwerlich zu fallen; wie oft waren Rahymond und ich genöthigt, zu ihm zu gehen, ihn unter dem Arm zu faſſen und als Dritten bei unſeren Geſprächen, bei un⸗ ſeren Spaziergängen zu nehmen. Dann wurde ſein Auge feucht, und er dankte uns voll Innigkeit. Allmälig verſchwand der Zwang bei ihm; oft hielt er uns unter dem Zauber ſeiner engeliſchen Seele; ein Nichts, ein auf einem Blümchen fitzendes Inſect, ein aus dem Sande des Hofes emporwachſender Grashalm gab Hya⸗ einthe die rührendſten, die zarteſt religiöſen Gedanken ein. Eines Tages ſagte er zu uns:
„Wie billig, wie väterlich zeigt ſich der gute Gott gegen die Demüthigen und die Kleinen! Er hat dieſem Grashalme, dieſem Inſect ein Leben gegeben ſo voll⸗ ſtändig als das der größten Bäume und der größten Geſchöpfe.
Ein vortreffliches und ergebenes Herz, immer ge⸗ fühlvoll bei dem, was ſchwach und harmlos war wie er, fand Hyacinthe gerade in ſeiner Gebrechlichkeit einen Grund, Gott zu preiſen und zu verherrlichen.
Jean Raymond hatte auch einen ſehr klar ausge⸗ ſprochenen religiöſen Inſtinkt. Doch für ibn bedeutete Gott Gerechtigkeit, wie für Hyaeinthe Gott Liebe be⸗ deutete.
Ich, was mich betrifft, ich geſtehe, ich war in die⸗ ſen Materien das Echo, das den Ton zum Täuſchen wiederholt, der Spiegel, der den Gegenſtand auf das Getreuſte wiederſcheint; ich war gerührt mit Hyaeinthe, entrüſtet mit Jean gegen die Ungerechtigkeit, und zwar aufrichtig, aus der tiefſten Tiefe meines Herzens. In ſolchen Augenblicken hätte ich meine Gefühle durch Handlungen überſetzt; ich beſaß jedoch weder die Liebe für Alles und für Alle wie Hyaeinthe, noch den Geiſt unbeugſamer Gerechtigkeit wie Jean.


