Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Meine neue Freundſchaft ließ mich Hyaeinthe Du⸗ rand nicht vergeſſen; an demſelben Tag ſagte ich zu Jean:

„Ehe ich Dein Freund wurde, war ich mit Ma⸗ demoiſelle verbunden; wenn ich ihn jetzt verließe, wäre er ſehr unglücklich, er würde ſich nicht beklagen und beiſeit weinen; er iſt ſchüchtern und furchtſam wie ein Mädchen, aber ſo herzlich, ſo ergeben und beſonders ſo dankbar dafür, daß man ihn liebt, daß Du ihm er⸗ lauben müßteſt, der Dritte in unſerer Freundſchaft zu ſein, und mich nicht nöthigen ſollteſt, ihn zu verlaſſen.“

Bei dieſen Worten rief Jean Rahmond im Tone des Vorwurfs:

„Ich Dich nöthigen, Hyaeinthe zu verlaſſen! Du wäreſt alſo zu dieſer Undankbarkeit fähig?“

„Nein, Jean! gewiß nicht... Aber wenn ich am S wählen müßte zwiſchen Dir und ihm, ſo... d

„So würdeſt Du dieſen armen Jungen aufgeben, der nur Dich zum Freunde, zur Stütze hat, um mit meiner Freundſchaft zu prunken, wie mit Deiner Uhr und den Berlocken, nicht wahr?“ fuhr Jean zornig fort:„Ich ſagte es Dir ja, wir werden uns nie ver⸗ ſtehen können! Das fängt ſchön an! Wo Teufels habe ich auch einen Freund wie Dich geſucht!“

Betrübt über die ſcharfe Vorſtellung von Jean er⸗ wiederte ich:

„Es iſt wahr, ich habe Unrecht gehabt von der Aufopferung von Hyaeinthe zu ſprechen, doch mein Gedanke iſt gut geweſen; er beweiſt Dir, daß ich mei⸗ nen erſten Freund nicht vergaß.“

„Ei! mein Gott, ja!“ verſetzte Raymond ein we⸗ nig beruhigt, aber die Achſeln zuckend,„ja, Dein erſter Gedanke iſt gut geweſen, doch Du haſt ihn verdorben, Du haſt nicht den Muth gehabt, mir dreiſt zu ſagen: Ich werde Dein Freund ſein, ich will aber auch der Freund von Hyaeinthe bleiben.“

„Du haſt Recht...“