den Verſchwörung endlich, genannt die Verſchwörung der Zuglampen(ein legitimer Aufſtand, denn Bru⸗ tus hatte die Leitung davon übernommen und ihn mit ſeiner gewöhnlichen Beherztheit und Kaltblütigkeit aus⸗ geführt), legte ich einen Beweis von ſo viel Verſchwie⸗ genheit und Entſchloſſenheit ab, daß am Tage nach der Affaire Jean Raymond, der, wie ich, im Carcer der Schule eingeſperrt war, mir die Hand reichte und zu mir ſagte: „Fernand, wenn Du willſt.. nun laß uns Freunde ein.“ Bei dieſen Worten war ich gleich ſehr erſtaunt und erfreut, und bald bewerkſtelligte ſich eine völlige Verwandlung bei Jean Raymond. Zuvor gebieteriſch, herb, wurde ſeine Sprache liebevoll; ſeine rauhe Phy⸗ ſiognomie erweichte ſich; dieſes vermeintlich eherne Herz öffnete ſich endlich, und ich fand darin Schätze von Empfänglichkeit und Zartgefühl, welche des guten Mademviſelle würdig geweſen wären. Ich konnte mich von meinem Erſtaunen nicht erholen, verbarg es Jean auch nicht und fragte ihn, warum er ſo lange das Anerbieten meiner Zuneigung zurückgewieſen habe. ⸗ „Ich fühlte mich zu Dir hingezogen,“ antwortete er lächelnd.„Ich mochte mich immerhin ſträuben, ich gab dem Zauber nach...“
„Und warum haſt Du nicht ſogleich nachgegeben?“
„Weil für einen furchtbaren Mathematiker, wie ich es bin, mir meine Freundſchaftsvelleitäten für Dich nicht logiſch ſchienen; höre, warum: ich werde Dich unabläſſig über Deine Fehler ausſchelten, Du wirſt Dich nicht beſſern, ich werde darüber wüthend ſein, ich werde Dir Beleidigungen ſagen und Dich nichtsdeſto⸗ weniger lieben. Im Ganzen iſt das beſſer, als wie ein Wolf und ohne Freund zu leben.“


