Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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von Rom und Spatta hegte, deren Thaten wir jeden Tag überſetzten.

Zuweilen nannte man Raymond auch den Tyran⸗ nen, nicht in einer Anſpielung auf die Herrſchaft, die er über uns ausübte, ſondern weil er nicht vom Kaiſer Napoleon ſprechen konnte, ohne ihn den Tyrannen zu nennen und ihn zu verfluchen. Ich ergründete ſpäter das Geheimniß dieſer Abneigung. Man muß übvigens ſagen, Jean Rahmond war nicht von ſeinem Alterz viel mehr vorgerückt, als wir Alle, verdankte er ſeiner erſten Erziehung und einigen ſeltſamen Umſtänden eine Reife der Vernunft, eine Strenge der Grundſätze, eine Macht der Rede und des Geiſtes, welche ſehr aus⸗ nahmsweiſe und ſehr merkwürdig erſcheinen mußten, wenn man bedenkt, daß er damals erſt ſiebenzehn Jahre alt war.

Trotz ſeines ungeſchlachten Charakters, trotz ſeiner häufigen Empörungen, war Jean Raymond einer der beſten Zöglinge von Saint⸗Barbe, und ganz beſonders ſtark in der Mathematik, hatte er gewöhnlich glänzende Erfolge beim großen Coneurs; unſere Lehrer zeig⸗ ten ſich nachſichtig gegen ſeinen Verſchwörer⸗Cha⸗ rakter; er war unter uns mehr gefürchtet als geliebt. Seine Energie, ſein Muth, ſeine geiſtige Ueberlegenheit flößten uns eine unwillkürliche Ehrfurcht ein.

Vielleicht angelockt durch die Schwierigkeit des

Unternehmens, verſuchte ich es mehrere Male, mit Jean Raymond ein etwas vertraulicheres Geſpräch anzuknü⸗ pfen; die eiſige Starrheit dieſes ſeltſamen Jungen

1 6. ſtieß mich in meinem Entgegenkommen immer wieder

ab, und ich grollte ihm lange wegen ſeiner ſtolzen Zu⸗ rückhaltung.

Eines Tages war Hyacinthe Durand ein elaſtiſcher

Ball mit großer Heftigkeit an's Auge geſchleudert wor⸗

den; der Schmerz war ſo ſcharf, daß Mademoiſelle

ſchrille Schreie ausſtieß.

Jean Raymond ging an uns vorüber, zuckte die