Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Das war der Gedanke des Schwächlichen, ſobald er ſich mit ſeinem muthigen Retter allein ſah.

Aber wer wurde ſehr überraſcht? Der Zaun⸗ könig.

Weit entfernt, ihn freſſen zu wollen, liebte ihn der Falke wie ein Freund.

Ein Falke! der ſtolze Vogel, der in's Unabſeh⸗ bare fliegt und der Sonne in's Antlitz ſchaut...; ein Falke den furchtſamen Zaunkönig lieben. welcher im Mooſe lebt und höchſtens bis zum obern Zweige eines Roſen⸗ ſtocks flattert?

Ja, der Falke, der ſtolze und muthige Vogel, hat den Zaunkönig geliebt.

Warum dies?

Weil der Zaunkönig ſchwach, harmlos und ge⸗ quält war.

Und der Zaunkönig, wie bewies er ſeinem Freunde ſeine Dankbarkeit?»

Indem er ihn mit ſeinem ganzen Herzen eines Zaunfönigs liebte, das für die Liebe eben ſo groß iſt, als das Herz des Adlers.

Zuweilen wird der Zaunkönig indeſſen traurig und ſpricht zu ſich:

Der Falke iſt ein Jagd⸗ und Lurusvogel, be⸗

liebt bei vornehmen Herren und ſchönen Damen, die

ihm ihren geſtickten Handſchuh reichen; früher oder ſpäter wird der Falke auch, geſchmückt mit goldenen Glöckchen und purpurrothen Reiherfedern, das Vogel⸗

haus verlaſſen, entfliegen und für immer aus den ge⸗

blendeten Augen des kleinen Zaunkönigs verſchwinden,

deſſen Welt ein Buſch iſt.

Was wird dann aus dem Zaunkönig werden, wenn er für immer von ſeinem Freunde getrennt iſt?

Oh! obgleich ganz klein, iſt dieſes Vögelchen ein großer Zauberer... Ja, der kühne Falke mag ſich immerhin unabſehbar in die Lüfte erheben, von Berg zu Berg, von Schloß zu Schloß fliegen, die Bewunde⸗

Fernand Dupleſſis. I. 2