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„Streben wir nie ehrgeizig nach den großen Tu⸗ genden; einmal iſt dieſe Prätenſion ſehr unbeſcheiden, und dann iſt es mit den großen Tugenden wie mit den großen Hofſtellen... man richtet ſich in Repräſenta⸗ tionskoſten zu Grunde.
„Erhalten wir uns in Freude und in guter Ge⸗ ſundheit, denn beinahe immer ſind diejenigen, welche ſich wohl befinden, bie Wohlgeſinnten, und diejenigen welche ſich übel befinden, die Uebelgeſinnten.
„Benützen wir Alles, mißbrauchen wir Nichts, um ſo lange als möglich genießen zu können. Verſäumen wir nie eine Gelegenheit des Vergnügens und haben wir nur einen Zweck:
„Glücklich ſein, denn die Glücklichen machen die Glücklichen.“
Wenn ich dieſe Lehren abſichtlich in ihrem reinen Egoismus, in ihrer naiven Scheu vor jeder ſtrengen Pflicht, in ihrem Ausdruck liebenswürdiger und zwang⸗ loſer, bis zum Opfer.. ausſchließlich gehender, Güte wiedergegeben habe, ſo iſt es geſchehen, weil ich ſeit meiner Kindheit bis zu meiner erſten Jugend(zu wel⸗ cher Zeit ich meine Großmutter verloren habe) in der Ausübung dieſer Theorie, genannt Theorie der an⸗ genehmen Leute, erzogen worden bin.
Es gibt für den Menſchen zwei Erziehungen:
Die Erziehung der Seele, die er am häuslichen Herde durch das Beiſpiel und durch die Gewohnheit erhält;
Die Erziehung des Verſtandes, die er in der Schule erhält. Von dieſen zwei Erziehungen iſt die erſte ſicherlich diejenige, welche die tiefſten Wurzeln im Herzen des


