Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 1.-4. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Nie lange voraus ſeſtgeſtellte Pläne machen, um ſich nicht zur Ausführung derſelben für verpflichtet zu erachten, was beinahe immer furchtbar verdrießlich iſt.

Auf den Zufall das Leben nehmen, wie es kommt und wie es geht, nach dem Belieben der Ereigniſſe und unſerer eigenen Unbeſtändigkeit.

Sich beſonders nicht einbilden, man habe oder müſſe haben dieſen oder jenen Charakter, dieſe oder jene Meinung, denn um conſequent mit ſich ſelbſt zu ſcheinen, legt man ſich dann eine Menge von Be⸗ engungen, von Feſſeln oder Verpflichtungen auf, welche in die Länge unerträglich ſfind. Abgeſehen davon, daß man ſich der Unannehmlichkeit ausſetzt, in be⸗ ſtändigem Widerſpruch mit dem Einen oder Andern zu ſein, ſtatt ſich darein zu ergeben, ſich ſelbſt zu wider⸗ ſprechen, was doch viel bequemer und hauptſächlich viel anſtändiger iſt.

So viel als möglich vom Charakter und von der Anſichtsweiſe ſeiner Freunde ſein, das iſt das einzige Mittel, einem Jeden zu geſallen und ihn zu lieben, denn iſt man von einer glücklichen natürlichen Gemüths⸗ art, ſo liebt man immer diejenigen, welchen man ge⸗ fällt. Nie Jemand etwas Unverbinbliches ſagen, ſelbſt nicht denjenigen, welche uns darum bitten, unter dem Scheinvorwande von Offenherzigkeit; Einem geſtehen, er ſei dumm, boshaft, lächerlich, wird ihn durchaus nicht von dieſen Uebeln befreien. Und es iſt hundert gegen eins zu wetten, daß unſere Offenherzigkeit, ob⸗ gleich erbeten, dem Bittenden völlig unangenehm ſein und daß er uns weniger lieben wird.

Die frechen Vorrechte des Adels ſind aufgehoben; das war Gerechtigkeit, aber es iſt klar, daß es auf der

einen Seite immer reiche, wohlgeborene, wohlerzogene

Leute, für die das Leben ein beſtändiges Feſt ſein muß, und auf der andern arme Teufel geben wird, plumpe, brutale, völlig mittelloſe, der Arbeik und dem