Teil eines Werkes 
44. Band, Die Cucaracha : 4. Band (1844) La Cucaracha
Entstehung
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1³0 Und Sie haben daran geglaubt? fragte Jenny. Wie ſonderbar Sie ſind, Jenny. Ein Mal wenigſtens

muß das doch wahr ſein, und Daja zählte kaum ſechzehn Jahr.

IV.

Als ich nach Madras kam, ſtattete ich dem Admiral von meiner Sendung Bericht ab, und brach dann einige geſell⸗ ſchaftliche Verbindungen ab, die ich in der weißen, und ſelbſt in der ſchwarzen Stabt hatte, um Daja meine ganze Zeit zu widmen.

Das war ja eine fürchterliche Leidenſchaft, unterbrach

mich Jenny mit ſpöttiſchem Tone.

Beſſer als das, es war ein Vergnügen, und zwar ein Vergnügen aller Tage. Ich hatte ein ziemlich großes Haus mit einem dichten, ſchattigen Garten gemiethet, in welchem ein Teich mit criſtallhellem Waſſer lag. An dieſen köſtlichen Auf⸗ enthaltsort hatte ich Daja gebracht.

Und wie ich hoffe, hielten Sie dieſe Dirne auf einen an⸗ ſtändigen Fuß? fragte Jenny mit ſarcaſtiſchem Lächeln.

Sehr anſtändig, meine Liebe; und dann kannte das arme Mädchen in Madras keine Seele, und ging nie aus; ihre Klei⸗ der waren eine Art weiter Pudermäntel von Baumwolle; ſie ſchlief nach Art der Landesſitte auf einer Reisſtrohmatte, et⸗ was in Pfefferwaſſer gekochten Reis, kaute Betel, und lebte in der That von nichts als Müßiggang, Liebe, Bädern und Son⸗ nenſchein. Ach, wenn Sie wüßten, Jenny, was für ein Vergnügen es für mich war, mit der erſten Morgenröthe, wenn die weißen Blüthen des Lotos noch geſchloſſen waren, und die Wolken der Papageien und Reiher ihren Flug noch nicht an⸗ getreten hatten, mit Daja an dem Ufer des friedlichen Teiches auf⸗ und niederzugehen, oder uns in das friſche, ſchweigende Waſſer zu werfen, und die Gewandtheit und Leichtigkeit meiner Indianerin zu ſehen, die über dem Waſſer hinzufliegen ſchien, wenn ſie ſchwamm; das Waſſer in Perlen über die bräunliche, ſammtweiche Haut rinnen zu ſehen.