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doren.— Genau genommen, iſt daher auch meine Liebe zu Ihnen nichts als—“
„Eine Paradoxe?“
„Sie haben es ausgeſprochen.“
„Aber um wieder auf unſeren Streit zuruͤckzukommen,— leugnen Sie alſo, daß eine Frau ihrem Geliebten ein Opfer bringen kann?“
„Keineswegs! Ich leugne nur, daß wir uns bisher gegen⸗ ſeitig das geringſte Opfer gebracht haben; ja, was noch mehr iſt, wenn Jemand irgend eines brachte, ſo war vielmehr ich es.“
„Das iſt ſehr amüſant.— Und wie denn das?“
„So hören Sie, Jenny.— Sie ſind verheirathet, und ich bin es nicht. Sie haben nicht daran zu denken, ſich eine Zu⸗ kunft zu begründen, ich aber befinde mich in derſelben Lage wie eine junge Perſon, die etablirt werden ſoll und einen Gelieb⸗ ten hat.“
„Sie ſind ein Narr!“
„Die Thatſache iſt ſo wahr, daß, wenn ich morgen ſtürbe, man mir auf den Sarg einen Kranz von weißen Roſen, ſchöne weiße Schleier und ſo viele Zeichen der Unſchuld und Reinheit legen würde, als nur immer ein Engel von ſechzehn Jahren
bekommen kann, der in den Himmel zurückkehrt.— So iſt die
Welt!“
„Und die Gelegenheiten, bei denen eine Frau fur ihren Sietten ein Opfer bringen kann, ſind wohl ſehr ſelten?“ fragte Jenny.
„Zum Glück— ſehr ſelten, und in Frankreich beinahe un⸗ möglich aufzufinden, Dank ſei es unſeren Sitten, unſerer gött⸗ lichen Verderbtheit, welche bis in das Laſter Bequemlichkeit, Ruhe, beſonders aber Freiheit fordern.“
„Und anderwärts?“
„O, anderwärts iſt das verſchieden.— In einem beinahe
wilden Lande kann es ſein,— iſt— war ſogar,— ich darf es behaupten.“ Gott, vielleicht eine Sie perſönlich betreffende That⸗ ache?“ „Nun ja— vielleicht!“ „Ach, erzählen Sie mir das; ich bitte Sie darum.“ „Wenn ich fade wäre, würde ich ſagen, daß es Sie eifer⸗
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