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rend des ganzen entſetzlichen Schauſpiels an dem Buſen der Superiorin.
„Plötzlich ertönte ein Schrei der Ueberraſchung, ein Schrei des Staunens, und ich erhob meinen Kopf. Es war— es war Er, ja, er richtete auf mich einen Blick— der mich noch tödten wird. Er ſagte mir das erſte Mal— ach! ich höre es noch immer: Für Euch, Sennora, und für Euere ſchönen Augen, blau wie der Azur des Himmels. Dann flog er ſchnell davon— und ich bebte unwillkührlich.
„Zum zweiten Male ſagte er mir mit derſelben Stimme, mit demſelben Blicke, indem er mir zulächelte, und mich mit ſei⸗ ner rechten Hand grüßte: Wieder für Euch, Sennora, und zu Ehren Eures Mundes, roth wie die Perlen von Jervan.
„Und mit Unerſchrockenheit wartete er dann des Ungeheuers, deſſen Hörner mit Blut gefärbt waren, und erlegte es vor mei⸗ nen Augen.
Ich ſtreckte von Entſetzen ergriffen die Hände aus, ſo ſehr fürchtete ich für ihn, denn es ſchien mir, wenn er verwundet würde, ſo müßte ich an ſeiner Wunde ſterben. Da ergriff er meine Hand, ach, wider meinen Willen, meine gute Mutter — und er küßte ſie gar— ſieh— ſeine Lippen haben die Stelle geröthet.“
Ihre ermüdeten Augen ſchloſſen ſich, ſie lehnte ſich in ihre Kiſſen, und fuhr mit leiſer Stimme ununterbrochen fort:
„Vielleicht würdeſt Du mir ſagen, meine Mutter, meine Roſita, Du liebſt ihn wohl ſehr? Nun ihr ſollt verlobt werden, und Gott wird Euch ſegnen— Ach ja— verlobt— das iſt mein Bräutigam; wie ſchön er iſt!— Blumen— überall Blu⸗ men— Da kommen meine Gefährtinnen mit ihren langen wei⸗ ßen Schleiern— der erſte Ton der Orgel— und die Menge wiederholt, gleich mir— wie ſchön er iſt!— Ach! da iſt der alte Mönch, ſeine Hand zittert, indem er uns einſegnet. Er iſt mein!— Mein Gatte!— Mein Gatte!— Ach, meine Mut⸗ ter, bleib!— Du verläßt mich?— Dein Gatte iſt bei Dir, mein Engel!— Meine Mutter, meine gute Mutter!———“ Glückliches Mädchen! ſie ſchlief.— Iſt es nicht ein herr⸗ liches Kloſter, das Kloſter der heiligen Magdalena?


