ner Geliebten; zieh' ſie fort, ſchnell und behend bei dem Klange der Inſtrumente. Sieh, ihr Buſen pocht, ihr Auge funkelt, der Wind hebt ihr dichtes, ſchwarzes, mit Blumen durchwundenes Haar.— Ja, flüſtere ihr in das Ohr: Geliebte, wie glücklich wird es mich machen, heut Abend an Deiner Seite den Duft
der Mandelblüthen einzuſaugen!— Lebhafter entringt ſie ſich
Dir, aber Dein Arm hat ſie ſo ſtark umfaßt, daß Du ihr Herz unter der Mantilla pochen hören könnteſt.
Geh, fürchte nichts, gutes Mädchen; Deine Mutter hat
nichts gehört, und dieſen Abend nach dem Gebete, wenn der
alte Großvater Dir die Stirn geküßt hat, wirſt Du zitternd
und unruhig über den grünen Raſen dahinſchweben, zwanzig⸗
mal ſtillſtehen, und kaum athmen können. Mit klopfendem
Buſen wirſt Du Dich niederſetzen am Fuße des blühenden Mandelbaumes, deſſen Blätter den ſanften Schein des Mondes
wiederſpiegeln. Dort werden plötzlich zwei kräftige Arme Dich umſchlingen, und, heiliger Gott, welcher Muth, Du braves
Mädchen fürchteſt Dich nicht! Aber leiſer tönt der Klang der Caſtagnetten.
Die Sonne geht unter, die Cachucha iſt beendet, die jun⸗
gen Mädchen kehren zu ihren Dörfern zurück, lachen und ſingen
und legen die feuchten Haare hinter dem Ohr in ſorgfältige
Ringeln.
Sagt Ihr jetzt nicht gleich mir, daß es ein würdiges Klo⸗ ſter iſt das Kloſter der heiligen Magdalena? Denn ſtellt Euch nur dort ein armes junges Mädchen vor, das eingeſchloſſen iſt
mit ihren ſchwarzen Augen, ihrem jungen ſpaniſchen Herzen, das unter dem Scapuliere ſchlägt! Zuerſt am Morgen ein lan⸗
ges Gebet in der finſtern, eiskalten Kirche; dann die Vesper, dann die Meſſe, dann das Angelus, dann das Schlußgebet und was weiß ich noch Alles. Zur Zerſtreuung zwei Stunden Spaziergang in dem alten Kloſtergarten. Ihr kennt doch einen
Kloſtergarten? Große, ſchwarze, ſchweigende Eichen; ſparſamer
Raſen, eingefaßt mit Burbaum; ſengende Sonnenſtrahlen; das iſt Alles! Ihr müßt daher eingeſtehen, daß, wenn man an einem
Feſttage einen Augenblick der Kirche entſchlüpfen konnte, um in
ſeine Zelle zu gehen, das Herz freudig ſchlägt.
Man tritt ein, ſchließt ſorgfältig die Thür hinter ſich und iſt zu Haus. Zu Haus! Begreift Ihr das Wort? Vier nackte Mauern, aber ſie ſind weiß; ein Crueifir von Ebenholz hängt


