Die achtzehn Mann, aus denen die Equipage noch be⸗ ſtand, gehorchten ſchweigend und warfen einen letzten Blick auf ihre Kameraden, welche in entſetzliches Geſchrei ausbrachen, als ſie die Brigg ſich entfernen ſahen. Der Wind wurde fri⸗ ſcher und der Sperber war bald von dem Orte des Kampfes entfernt. Aber am folgenden Tage erhob ſich ein furchterlicher Sturm, und ungeheure Waſſerberge ſchienen jeden Augenblick die Corvette verſchlingen zu wollen, welche ſie vor dem Scho⸗ verſegel hertrieben. Nach einer mühſeligen Fahrt erreichte der Sperber endlich Nantes, verweilte hier, um ſeinen Schaden auszubeſſern, und ging dann wieder in See, um nach dem Wunſche Kernok's wieder in der Bai von Pempoul Anker zu werfen.
Hier wurde eine Comiſſion niedergeſetzt, um die Priſe zu theilen. Kernok ſchwur nun mit allen ſeinen Flüchen, daß er künftig zu St. Thomas landen wolle, da die Seeraben von Adminiſtratoren in ſeinem Waſſer fiſchten.
Dies waren ſeine eigenen Worte.
Dreizehntes Kapitel.
Eine ſo ſeltene und muſterhafte Seele zu töd⸗ ten koſtet nicht mehr Mühe, als eine nutzloſe, ge⸗
meine. Montaigne; Bd. II. Geſang 13.
Die beiden Freunde.
Es iſt ein guter Gaſthof, das Wirthshaus zum goldnen Anker in Plonezoch. Neben der Thür ſtanden zwei ſchöne ſchrüne Eichen, welche die ſorgfältig gebohnten Tiſche beſchatte⸗ ten, und da der goldne Anker auf dem großen Platze liegt, kann man nirgends das Bild eines regern Lebens finden, als hier zur Marktzeit eines ſchönen Julimorgens. Zwei ehrliche Ge⸗ noſſen, welche die glückliche Loealität zu ſchätzen wußten, hatten daher auch vor einem der glatten Tiſche Wurzel gefaßt. Sie ſprachen von Dieſem und Jenem, und die Unterhaltung mußte ſchon lange währen, denn eine gute Anzahl leerer Flaſchen bil⸗ dete um die Sprechenden einen bedeutenden Wall.


